Kemel

Am Standort des ehemaligen Römerkastells Kemel – dem größten befestigten Posten zwischen Holzhausen und dem Kastell Zugmantel bei Taunusstein – entstand nach Aufgabe des Limes um 250 n.Chr. der gleichnamige Ort Kemel, dem die umliegende Landschaft ihren Namen verdankt: die Kemeler Heide.

Am Kastell Kemel änderte der Limes seinen Verlauf: Von der Lahn kommend führt er bis Kemel ausschließlich südlich. Ab Kemel folgte der Grenzwall dann dem Nordhang des Taunuskamms weiter in Richtung Osten nach Taunusstein, in die Idsteiner Senke, zum Feldberg und in den Homburger Vortaunus.

Oberhalb von Kemel erreichte der Limes am Pohl (537m) seinen höchsten Punkt im Abschnitt zwischen Bad Ems und Taunusstein. Noch heute hat man von hier eine gute Aussicht bis hin zum Großen Feldberg (881m). Das soll noch besser werden durch die für 2011 geplante überdachte Aussichtsplattform auf dem Pohl.

Die ehemalige Pfarrkirche St. Katharina liegt in der Ortsmitte, vermutlich im Bereich des früheren Römerkastells. Der spätromanische wehrhafte Westturm stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Spitzhelm wurde 1693 aufgesetzt und das Kirchenschiff im frühen 19. Jahrhundert angefügt. Im Innern der St. Katharina Kirche ist die Kanzel von 1697 und das spätgotisches Taufbecken um 1500 sehenswert.

Die alte Schule wurde um die Mitte des 18. Jahrhundert als Gasthaus Zum goldenen Hirsch erbaut. Hier soll 1813 Blüchers Generalstabschef York übernachtet haben. 1839 bis 1931 wurde das Gebäude als Schule, dann als Wohnhaus genutzt. Der voluminöse Bau mit seinen verputzten, teils verkleideten Fachwerkwände und fünf Gauben ist ein ortsbildprägendes Gebäude, das an die einstige Bedeutung Kemels als Rast- und Poststation der mittelalterlichen Handelsstraße von Aachen nach Nürnberg erinnert.