Kell am See

Kell am See liegt am Oberlauf der Ruwer im Naturpark Saar-Hunsrück. Den Namenszusatz am See trägt Kell seit 1992 und nimmt damit Bezug auf den 1969 angelegten Keller Stausee. Damit begann die Entwicklung Kells zu einem touristischen Zentrum im Wandergebiet Mosel-Saar-Ruwer.

Erstmalig wird Kell als Callida im Jahr 634 erwähnt. Heute zählen zur gesamten Verbandsgemeinde 13 Ortschaften. In Kell selbst leben rund 1.900 Menschen. Ein Meilenstein in der geschichtlichen Entwicklung war die Eröffnung der Hochwaldbahn von Trier nach Türkismühle. 1891 wurde der Bahnhof Kell erbaut, der heute unter Denkmalschutz steht. Der eingeschossige Rotsandsteinquaderbau ist ein sogenannter Typenbau. Die Eisenbahnlinie ist allerdings stillgelegt. Heute verläuft auf der Trasse der Ruwer-Hochwald-Radweg.

Etwas älter als das Empfangsgebäude ist die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus. Der klassizistische Saalbau mit Ausmalungen stammt aus der Zeit 1839-1841. Sie entstand gegenüber einer Vorgängerkirche. Aus ihr wurden die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert und ein Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert übernommen, sowie ein Altar und die Taufe, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Der Hochaltar entspricht im Stil der Neuspätgotik. Besucher lockt die Kirche zur Weihnachtszeit. Rund 200 Figuren und fünfzig Jahre Arbeit stecken in der Weihnachtskrippe, die die Stationen vom Lebensweg Christi zeigen.

Zwischen Kell am See und dem südwestlich benachbarten Waldweiler erstreckt sich das Naturschutzgebiet Keller Mulde mit Leh- und Rothbachtal. Hier zeigen sich noch die für die Keller Mulde typischen Feucht- und Nasswiesen und Röhrichte in ausgedehnten Mulden.

In Waldweiler zeigt sich Kirchenbau mal ganz anders. Die Pfarrvikariatskirche St. Willibrord wurde 1969-73 erbaut und 1977 mit einem Architekturpreis ausgezeichnet. Wer es nicht weiß würde sagen, dass der ausgezeichnete Ziegelbau mit ein Meter dicken Mauern zu einem Knast gehört. Die besondere Atmosphäre von Einkehr der entfaltet sich in ihrem Inneren. Durch einen Lichtschacht wird der Altar erhellt. Die Bänke blicken aus drei Richtungen zum Hauptschauplatz und dahinter steht der alte Chor der Kirche aus dem 15. Jahrhundert im Original. Das sollte man sich ansehen! Der Kirchenbau stammt aus den Jahren 1969-73.

Wenn man schon mal in Waldweiler ist, kann man auch nahe des Bürgerhauses ein Päuschen im kleinen Park mit seinem Dorfweiher einlegen. Der Hausberg von Waldweiler ist der Teufelskopf (695m). Auf dem Teufelskopf steht ein 120m hoher Sendemast, der bis ins digitale Zeitalter Analogfernsehen verbreitete. Zwischen Kell am See und Waldweiler liegt östlich der Bundesstraße der Segelflugplatz Kell.

IVW
Zum bewerten Mauszeiger über die Sterne bewegen
Aktuelle Bewertungen (0):