In den Steilhängen der Lahn zwischen Villmar und Runkel


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 26 Min.
Höhenmeter ca. ↑302m  ↓302m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese GPS-Wanderung haben wir auf Anregung des Hessischen Rundfunks unternommen, der den Marsch durch die Steilhänge im Mittellahntal in seiner Reihe „Wandervolles Hessen“ vorstellte. Ausgangspunkt der Tour ist der Bahnhof in Villmar auf der Westerwaldseite der Lahn. Bei Runkel zur Halbzeit passiert man dann die Lahn und wandert weiter im Taunus, bis man den Ausgangspunkt wieder erreicht.

Vom Bahnhof geht es über kleine Pfade in das Naturschutzgebiet bei den Karlsteinen mit schönem Blick auf die gegenüberliegende Bodensteiner Lay mit dem König-Konrad-Denkmal. Bodenstein und Karlsteine bilden bedeutende natürliche Kalkfelsen an der Lahn. An dieser Stelle durchbricht die Lahn den Villmarer Massenkalkzug, wodurch sich das Tal auf weniger als 200m verengt. Bis ins 19. Jahrhundert zogen sich die Kalkklippen des Bodensteins bis weit in die Lahn, wurden aber im Zuge der Schiffbarmachung gesprengt. Übrig blieben die schönen Felsüberhänge und Balkone hoch über dem Flusstal.

Durch die früheren Weinberge, wo der Runkeler Rote von 1270 bis 1929 angebaut wurde, geht es über Treppen und Steige hinauf auf die Wehrley, einem bekannten Aussichtspunkt, der von dem so genannten Dr.-Otto-Bruchhäuser-Tempel gekrönt wird. Von diesem Aussichtspavillon hat man einen schönen Blick auf die majestätisch über der Lahn thronende Burg Runkel.

In Runkel angekommen, kann man das mittelalterliche Stadtbild mit der alten Lahnbrücke, der Burg Runkel und der gegenüberliegenden Burg Schadeck genießen. Hier lohnt sich eine Besichtigung der Burg, von deren Bergfried sich ein weiter Rundblick über das Limburger Becken und die Höhen von Westerwald und Taunus bietet. Die Burganlage selbst besteht aus einer Ober- oder Kernburg und einer Unterburg, die auch weitere Häuser der Altstadt mit einschließt.

Das nächste Ziel ist das König-Konrad-Denkmal. Konrad I. war 911-18 König des Ostfrankenreichs und beendete die Vorherrschaft der Karolinger. Mit dem Weilburger Testament reichte er die Reichsinsignien weiter an Heinrich I. von Sachsen und gilt damit als einer der Wegbereiter des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Konrad residierte u.a. in Weilburg, weshalb die Weilburger ihm auch ein Denkmal setzen wollten. Aber da man sich nicht auf einen Standort einigen konnte, wurde das König-Konrad-Denkmal 1894 kurzerhand am Bodenstein bei Villmar aufgestellt.

Weiter die Lahnhänge entlang geht es zum Friedenskreuz, das ursprünglich von Kriegsheimkehrern aufgestellt wurde. Villmarer Bürger legten später zusammen und beauftragten den Bildhauer Walter Schmidt, an gleicher Stelle ein Kreuz aus sechzig Marmorsorten zu errichten.

Villmar und Marmor sei auch die Abschlussbemerkung gewidmet. Der Lahnmarmor aus Villmar ist weltweit bekannt und wurde beispielsweise auch im New Yorker Empire State Building verbaut. Überall gab es hier Steinbrüche, in denen der Marmor abgebaut wurde, Steinmetz ist in Villmar daher ein gängiger Beruf gewesen. Auf dem Rückweg führt der Wanderweg über die Villmarer Marmorbrücke. Die in ihrer Art in Deutschland herausragende Brücke ist seit 1985 als technisches Denkmal geschützt.

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