Flape

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Direkt südlich an Kirchhundem schließt sich der Ortsteil Flape an. Das Dorf gehört zu den älteren in der Gemeinde Kirchhundem, zu der es seit 1969 gehört. Schon im Jahr 1279 wird Flape erstmals urkundlich erwähnt. Durchflossen wird Flape vom gleichnamigen Bach, der wenig weiter nördlich in die Hundem mündet.

Eines der sehenswerten Gebäude in Flape ist das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Flape. Dieser lag an der 1914 eröffneten Bahnstrecke zwischen Altenhundem und Erndtebrück im Wittgensteiner Land. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand nur noch in eingeschränktem Umfang Güterverkehr statt, bis 1981 die Strecke komplett stillgelegt wurde. Erhalten geblieben ist aus dieser Zeit das Bahnhofsgebäude. Ein Sockel aus Porphyrquadern, darüber Fachwerk, so stellt sich das eingetragene Denkmal heute dar.

Zentral im Ort gelegen und ebenfalls einen Besuch wert ist die neubarocke Kapelle St. Johannes Baptist. Sie entstand 1929 und ersetzte einen älteren Vorgängerbau. Belegt ist, dass hier bereits 1606 eine Kapelle stand. Ein sehenswertes Detail im Inneren der Kapelle ist der barocke Altaraufsatz aus dem Jahr 1647, der vermutlich aus einer Attendorner Werkstatt stammt. Ebenfalls bemerkenswert in der Kapelle sind zwei Werke der Künstlerin Ina-Maria Mihalyhegyi-Witthaut, die 1964 in Flape geboren wurde. Es handelt sich dabei um Darstellungen von Christi Geburt sowie Christi Kreuzigung. Die Künstlerin wurde unter anderem mit dem Kulturpreis des Kreises Olpe ausgezeichnet.

Das Ziel der alljährlichen Fronleichnamsprozession ist das Prozessionskreuz, das zwischen Kirchhundem und Flape steht. Ganz in der Nähe ist ein Naturdenkmal zu bewundern, die Baumgruppe Vierlinden.

Nur einen Spaziergang von hier entfernt kann man das Naturschutzgebiet Krähenpfuhl erreichen. Es liegt am Kätzerstein (485m), einem nördlichen Ausläufer des Stüvelhagen (616m) zwischen Flape und Albaum. Im gesamten Naturraum Bergisches Land und Sauerland gilt das Gebiet Krähenpfuhl als Wacholderheide mit herausragender Bedeutung. Moosbeere, Wollgräser und verschiedene bedrohte Torfmoose sind nur wenige Beispiele für die Vegetation, die hier noch hervorragende Bedingungen vorfindet.

Wer sich für Sakralbauten interessiert, der sollte einen Ausflug das Flapetal hinauf nach Emlinghausen in Erwägung ziehen. Hier steht die Kapelle St. Laurentius, die 1718 an Stelle einer wesentlich älteren Kapelle neu errichtet wurde. Der Bau ist im Grundriss rechteckig und schließt an der Ostseite mit einem 3/8-Chor ab. Besonders sehenswert ist das kleine Altarretabel aus dem Jahr 1721, das vermutlich ein Werk des Attendorner Bildhauers Peter Sasse ist. Von Ina-Maria Mihalyhegyi-Witthaut, die auch die zwei Bilder in der Flaper Kapelle gestaltete, ist auch hin in Emlinghausen ein Ölbild zu sehen, das Motiv ist der Todeskampf Jesu.