Kirchhundem

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Kirchhundem ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde, die 1969 aus dreißig kleineren Ortschaften gebildet wurde. Kirchhundem liegt an der Einmündung der Flape und der Olpe in die Hundem. Von Norden her überschauen Töte (543m) und Gelsterhagen (463m) das Hundemtal, das an dieser Stelle ziemlich genau in Ost-West-Richtung verläuft.

An der Ortseinfahrt von Kirchhundem und damit gut sichtbar für Durchreisende steht das denkmalgeschützte Eisenbahnviadukt. Es diente einst als Übergang über die Hundem für die Eisenbahnverbindung zwischen Altenhundem und Erndtebrück, die im Jahr 1914 eröffnet wurde, heute allerdings stillgelegt ist. Die drei Bögen der Brücke sind aus dem Porphyrgestein gemauert, das in dieser Region zu finden ist. Auf jeder Seite der Brücke sind zwei Kanzeln mit Jugendstil-ähnlichen Formen zu sehen, auch das Eisengeländer ist vom Jugendstil geprägt. Seit 2006 steht die Brücke unter Denkmalschutz.

Das Zentrum von Kirchhundem prägt die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Man sieht dem Bauwerk schon von außen die bewegte Vergangenheit an. In rechtem Winkel zur älteren, romanischen Kirche entstand in den Jahren 1915-17 das heutige, neugotische Gotteshaus. Bemerkenswert an dieser Pfarrkirche ist insbesondere, dass sie über zwei Orgeln verfügt. Aus dem Jahr 1701 stammt die Barockorgel, die 1814 überarbeitet wurde. Die prachtvollen Schnitzereien am Orgelprospekt stammen aus der Werkstatt des Attendorner Bildhauers Johann Sasse. Die jüngere Orgel wurde im Jahr 1940 von der Paderborner Firma Feith gebaut.

Wer die Kirche besucht, dem fällt sicherlich auf dem Boden davor das Dreihasenbild auf, das dort in das Pflaster integriert ist. Drei springende Hasen in Kreisform sind so angeordnet, dass sie sich sozusagen die Ohren teilen - jeder hat zwei Ohren, im gesamten Bild gibt es aber nicht sechs, sondern nur drei dargestellte Ohren. Bedeutung und Ursprung dieses Motivs sind unklar, doch es taucht nicht nur hier auf: die Gemeinde Hasloch des Landkreises Main-Spessart trägt das gleiche Motiv im Wappen, und auch im Maßwerk des Paderborner Doms taucht es auf.

In die Denkmalliste der Gemeinde eingetragen ist auch die kleine Vasbachkapelle in Kirchhundem, benannt nach ihrem Stifter Georg Vasbach. Sie ist dem Heiligen Georg geweiht und stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Zur Jahrtausendwende wurde das kleine Gotteshaus mit dem achteckigen Grundriss und dem charakteristischen, gewölbten Dach gründlich restauriert.