Emscher-Park-Weg Etappe 1 Kamen - Lünen


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 22 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 49 Min.
Höhenmeter ca. ↑250m  ↓260m
Emscher-Park-Weg Kamen Lünen Wegzeichen

Der Emscher-Park-Weg beginnt am Bahnhof in Kamen. Kamen kennen viele nur vom Kamener Kreuz, dem Schnittpunkt der Autobahnen A 1 und A 2. Täglich passieren rund 150.000 Fahrzeuge das Kamener Kreuz und die Staugefahr ist legendär. Man nennt das Kamener Kreuz spöttisch auch die größte Wallfahrtsstätte Deutschlands, weil hier schon so mancher Autofahrer Stunde um Stunde in kontemplativem Stillstand verbrachte.

Doch Kamen hat Einiges mehr zu bieten. Die Hansestadt am Haarstrang verfügt über einen schmucken alten Marktplatz mit historischem Rathaus, die evangelische Pauluskirche mit ihrem romanischen Turm aus dem 12. Jahrhundert und die 1846 erbaute Fünf-Bogen-Brücke über die Seseke, eine der ältesten original erhaltenen Eisenbahnbrücken in Deutschland.

Der Emscher-Park-Weg startet am Bahnhof Kamen, der an der Strecke Dortmund-Hamm liegt. Der Bahnhof entstand 1848 nach einem Musterentwurf von Karl Friedrich Schinkel und befindet sich heute im restaurierten Originalzustand. Vom Bahnhof halten wir uns zunächst links, treffen auf die Westicker Straße und biegen hier rechts ab, um die Seseke zu passieren, einen Nebenfluss der Lippe. Man wandert entlang der Bergkamener Straße zur Autobahn A 2, der sogenannten Warschauer Allee, weil es die wichtigste West-Ost-Route Deutschlands ist.

Nachdem die Autobahn und auch die Bundesstraße B 233 passiert sind, wandert man hinauf nach Overberge, einen Stadtteil von Bergkamen. Es geht vorbei an der Mergelkuhle, einem kleinen Angelteich, und hinein ins Zentrum von Bergkamen. Man passiert Stadtpark und Rathaus und wandert westwärts zur Halde Großes Holz.

Die Halde Großes Holz ist eine rekultivierte Bergbauhalde, die sich über eine Fläche von 140ha erstreckt. Besonderheiten sind u.a. der versunkene Hain (ein durch Oberflächenwasser gebildeter kleine Teich) und Kunstobjekte wie die Lichtskulptur Impuls (eine30m hohe Stahlsäule mit über 14.000 LEDs, die die Säule nachts „pulsieren“ lassen). Von der Halde Großes Holz bietet sich ein schönes Panorama. Nach Norden hat man einen Blick auf den Datteln-Hamm-Kanal mit der Marina Rünthe, den Rünther Westenhellweg und die Lippe. Östlich befindet sich das Naturschutzgebiet Beversee.

Über die Waldstraße leitet der Emscher-Park-Weg in den Römerbergwald. Hier wurde um 11 vor Christus von den Römern ein 56ha großes Lager angelegt. Das Römerlager Oberaden gehörte zu den größten Römerlagern nördlich der Alpen. Zu sehen ist davon allerdings nichts mehr, da die Römer wohl planmäßig das Lager in Oberraden selbst abbrachen.

Entlang der Eisenbahnlinie führt der Emscher-Park-Weg ins Stadtgebiet von Lünen und zum Datteln-Hamm-Kanal. Dem folgt man nun zum Horstmarer See. Der 9ha große Horstmarer See liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Landesgartenschau Lünen. Entstanden ist der Horstmarer See aus einem ehemaligen Bergsenkungsgebiet. 1996 wurde er für die Landesgartenschau renaturiert.

Oberhalb des Horstmarer Sees passiert der Emscher-Park-Weg den Datteln-Hamm-Kanal und leitet zum Etappenziel am Schloss Schwansbell in Lünen. Schloss Schwansbell wurde 1872-75 mit zwei achteckigen Türmen erbaut. Das Gelände war zuvor ein mittelalterlicher Rittersitz. Schloss Schwansbell wird privat und gewerblich genutzt. Im Gebäude ist u.a. auch das Museum der Stadt Lünen untergebracht. Der öffentlich zugängige Schlosspark beherbergt einige ausgefallene Baumarten wie den Trompetenbaum, den Christusdorn, Robinien oder den Tulpenbaum.

Emscher-Park-Weg Etappen


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Bildnachweis (attribution, via Wikimedia Commons): 1 by Stahlkocher; 2 by Reinhard Hunscher; 3 by Rainer Halama; 4 by smial (talk); 5 by Tbachner; 6 by Kassander der Minoer [CC-BY-SA-3.0]