Einruhr (Simmerath)

Am östlichen Ufer des Obersees, am Rand der Dreiborner Hochfläche liegt Einruhr, ein Ort, dessen Lage der preußische König Friedrich Wilhelm IV. als einzig in ihrer Art bezeichnete. In Einruhr mündet die Erkensruhr in den Obersee.

Früher endete in Einruhr die Römerstraße, vom Hohen Venn kommend, über Monschau-Konzen, Simmerath und Kestenich verlaufend. Eisen hat Einruhr wachsen lassen und heute lebt der Ort durch seine Nähe zum Nationalpark Eifel, in dessen Peripherie er liegt. Zu Einruhr zählen die Ortsteile Erkensrur, Hirschrott, Jägersweiler, Pleushütte und Leykaul.

Im Jahre 1470 wurde das Eisenwerk Pleushütte am Rurufer gegründet und die Eisenmänner und ihre Familien siedelten sich nahe der Hütte an. Man gewann Roheisen bis zur vorletzten Jahrhundertwende. Das Eisenwerk Pleushütte verschwand mit der zweiten Ausbaustufe der Rurtalsperre (1955-59). Die Menschen wurden umgesiedelt und der große Schwamm über die Historie ausgewrungen. Nördlich der steinernen Rur-Brücke entstand im 17. Jahrhundert eine Bauernsiedlung mit dem Namen Einruhr. 

Man sieht heute in Einruhr noch zwei Hofanlagen in nordeifeler Bauart aus der Zeit des 17. Jahrhunderts. Wer in und um Einruhr auf dem rund 85km Wegenetz unterwegs ist, kann zum ehemaligen Bürgerhaus gehen, dem heutigen Heilsteinhaus mit der Touristeninformation und dem Heilsteinbrunnen.

Aus einer Tiefe von 43m sprudelt der auch sure Pötz (mundartlich für saure Quelle) genannt Heilsteinbrunnen an die Oberfläche und darf dort in die Trinkflasche wandern. Die Quelle wurde 1826 entdeckt. Die Kirche im Ort wurde im 19. Jahrhundert im neoromanischen Stil erbaut und ist St. Nikolaus geweiht.

Die exponierte Lage Einruhrs am Obersee macht es touristisch attraktiv und in den Sommermonaten (Mai-Oktober) kann man von hier aus Schiffchen fahren. Die Passagierschiffe Eifel und Seensucht der Rursee-Schifffahrt tuckern dann, von Elektromotoren angetrieben, über den Obersee und verbinden Einruhr mit Rurberg und der Urftstaumauer. Und wer sich ins Nass hineinstürzen möchte, kann das im Naturerlebnisbad Einruhr tun. Das ist ein Naturfreibad am Rursee. Ein weiteres gibt es im Eiserbachsee und eines in Eschauel (Nideggen-Schmidt).

Zwischen Einruhr und dem westlich davon gelegenen Dedenborn, am Eifelsteig und gegenüber des Steigs sowie der Rur, kann man jeweils schöne Aussichten und Panoramablicke genießen. Die Ansiedlungen tragen die Namen Rauchenauel und Seifenauel. Da mag man gerne wissen, was Auel bedeutet. Auel konnte sich vom Namen her von Aue ableiten, einer grasbewachsenen feuchten Fläche entlang eines Baches.

Ein besonders schöner Aussichtspunkt ist der Eifel-Blick Wolfshügel zwischen Rurtal und Erkensruhrtal. Der Blick in nördliche Richtung reicht über Einruhr hinweg ins Rurtal und zum Obersee.

Zwischen Einruhr und Dedenborn gibt es auch den Waldlehrpfad Einruhr-Dedenborn (5km). Man trifft auf Wanderer des Matthiaswegs (6) oder auf Menschen, die aus dem südlich gelegenen Erkensruhrtal zustoßen, über einen Zuweg des Eifelsteigs oder der Rur-Olef-Route.