Dedenborn (Simmerath)

Nordwestlich der Dreiborner Hochfläche liegt an der Rur der Simmerather Höhenortsteil Dedenborn. Mehrere bekannte Wanderwege führen durch Dedenborn, u.a. der Eifelsteig, der Matthiasweg (Hauptwanderweg 6 in der Eifel), die Heckenland-Route und der Wildnis-Trail Eifel.

Am südwestlichen Ortsausgang an der L 106 sieht man schon mal kleine Menschentrauben vor einem Felsgestein stehen, schauen und zuhören. Das sind dann geologisch Interessierte und Wanderer. Sie blicken auf die Unterseite einer in Mullions zerlegten Grauwackenbank. Der Mullion-Felsen ist ein Naturdenkmal und kommt in der Eifel nur zwischen Einruhr und Monschau vor.

Dedenborn wurde erstmalig 1559 in einer Steuerliste erwähnt. Die Pfarrkirche St. Michael entstammt dem Jahr 1717. Der kleine einschiffige Sakralbau wurde im 20. Jahrhundert mit einem Querhaus vergrößert. Die Inneneinrichtung entspricht dem Stil des ländlichen Barocks aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. Zu sehen sind kolorierte hölzerne Kreuzwege-Halbreliefs, eine Kreuzigungsgruppe und der Schutzheilige Michael. Gleich neben der Kirche steht eine stattliche 400 Jahre alte Linde.

Zu Dedenborn auf dem Felsgrat zählt Seifenauel, das am Nordhang zu sehen ist und der Weiler Rauchenauel im Tal. Weitere Ortsteile sind Forsthaus Dedenborn, Ölmühle, Weihrauchsberg, Hammer und Schöne Aussicht. Die Schöne Aussicht ist ein historischer Aussichtspunkt über dem Südende des Obersees zwischen Dedenborn und Einruhr und firmiert mittlerweile offiziell als Eifel-Blick Schöne Aussicht. 1887 wurde das weithin sichtbare steinerne Kreuz errichtet. Der Weg hinauf lohnt sich. Man hat einen wunderbaren Blick über das Erkensruhrtal hinein in den Nationalpark Eifel.

Ein weiterer bekannter Aussichtspunkt bei Dedenborn ist das Weiße Kreuz südlich von Seifenauel und dem Rurtal, das hier eine enge Schleife zieht. Das Weiße Kreuz wurde 1954 aufgestellt und erinnert an die Kriegsheimkehrer. Besonders im Frühling und Herbst, wenn der Wald noch kein Laub trägt, hat man hier eine schöne Sicht.

Zwischen Dedenborn und dem Erkensruhrtal erstreckt sich das Naturschutzgebiet Buchenwald Dedenborn. Im Buchenwald liegt die Naturwaldzelle Im Brand mit ihrem rund 150 Jahre alten Buchen-Hallenwald auf einem flach geneigten Südosthang. Ein breiter Schotterweg, von Heidelbeer-Besenheidesäumen begleitet, durchquert den Wald.

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