Willroth

Das weithin sichtbare Wahrzeichen im Raiffeisenland hat ausnahmsweise nichts mit Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) zu tun, sondern ist ein Relikt aus der Bergbauvergangenheit der Region. Die Geschichte der Eisenerzförderung in Willroth lässt sich bis ins 14. Jahrhundert verfolgen, aber erst seit 1815 wird in der Grube Georg Tiefbau betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Förderung in der Grube Georg mit Mitteln aus dem Marshall-Plan und der Montanunion wieder aufgenommen und über 500 Kumpel schlugen rund 700t Erz pro Tag in einer Tiefe bis zu 850m.

Am 31. März 1965 fuhr die letzte Schicht in die Grube Georg. Zusammen mit der Grube Füsseberg im Daadener Land war die Grube Georg der letzte aktive Bergbaubetrieb im Siegerländer Erzrevier, das sich von Hilchenbach im Norden bis Neuwied im Süden erstreckte und insgesamt über 5.000 Gruben umfasste.

In der Endphase des Erzabbaus wurde 1952-54 am Schacht II das weithin sichtbare 56m hohe Fördergerüst errichtet. Man sieht es von der Montabaurer Höhe ebenso wie vom Siebengebirge oder der Eifel. 1988 wurde der Förderturm der Grube Georg als Industriedenkmal geschützt und dann 1994-95 mit Landesmitteln restauriert. Eine bauliche Besonderheit des Turmes ist die 70m lange sogenannte Hängebank in 25m Höhe. Das Fördergerüst ist jeweils am dritten Samstag im Monat oder nach Absprache mit dem Fremdenverkehrsbüro der Verbandsgemeinde zu besichtigen. Im Inneren des Förderturms ist ein kleines Museum eingerichtet.