Wilhelm-Münker-Weg Etappe 4 Oberkirchen - Jagdhaus


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 17 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 21 Min.
Höhenmeter ca. ↑519m  ↓380m
Der Wilhelm-Münker-Weg führt auf den Rothaarkamm

Der Wilhelm-Münker-Weg beginnt die vierte Etappe in Oberkirchen im oberen Lennetal. Von hier geht es auf dem ersten Kilometer zunächst in Richtung Almert, einem kleine Weiler mit nicht einmal zwanzig Einwohnern, der zu Schmallenberg gehört.

Oberhalb von Almert steuert der Wanderweg weiter nach Grafschaft, wo 1072 der Kölner Erzbischof Anno II. das Kloster Grafschaft stiftete. Die ersten Benediktinermönche kamen aus der Abtei Michaelsberg bei Siegburg, die als besonders streng und diszipliniert galten.

Das Kloster Grafschaft, das zunächst bis 1804 Bestand hatte, dann aufgehoben und seit 1948 wieder als Ordenshaus genutzt wird, war die Keimzelle der späteren Stadt Schmallenberg, die ursprünglich als Burg zum Schutz des Klosters gegründet wurde. 1729 wurden die Gebäudeteile des Kloster erbaut, die heute noch zu sehen sind. Vor allem das prachtvolle Torhaus fällt ins Auge, das hinter den Mauern eher ein Schloss als ein Kloster vermuten lässt. Auch eine neue Klosterkirche entstand, wie die übrigen Gebäude überwiegend in barockem Stil erbaut. Sie galt als die schönste Kirche im kurkölnischen Sauerland. Vor allem die Innenausstattung war exquisit, vom Grafschafter Barock ist da die Rede. Allerdings wurde die Klosterkirche nach der Säkularisation abgerissen.

Heute sind die wertvollen Teile der Innenausstattung weit verstreut. In Grafschaft selbst sind nur noch einige Stück zu bewundern, die im Klostermuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ansonsten dient das Kloster Grafschaft heute als Mutterhaus des Ordens der Borromäerinnen und als Fachkrankenhaus für Lungenleiden und unterhält eines der größten Schlaflabore in Nordrhein-Westfalen.

Vom Ort Grafschaft aus folgt der Wilhelm-Münker-Weg dem Bach Grafschaft, der auf gut 6km der Lenne zufließt. Die Einmündung liegt im Bereich des Kurparks Schmallenberg, den der X10 jetzt ansteuert. Im Park fällt am Ententeich eine Skulptur ins Auge, die auf den Namen „Das blaue Wunder“ hört. Zu sehen ist ein goldener Hase, der auf einem roten Sockel einen blauen Fisch angelt.

Über befestigte Wege nimmt der Wilhelm-Münker-Weg den nächsten Abschnitt und erreicht schon bald den Schmallenberger Stadtteil Fleckenberg. Nicht direkt am Weg, sondern auf der anderen Seite der Bundesstraße liegt das Technische Museum Besteckfabrik. Bis 1982 wurde in dem Fabrikgebäude noch Besteck produziert. Und tatsächlich sind die technischen Anlagen, so alt sie auch wirken, voll funktionsfähig. Bei einem Besuch kann man miterleben, wie ein Kaffeelöffel oder eine Kuchengabel angefertigt werden. Seit dem Jahr 2000 strömen jedes Jahr zahlreiche Besucher in die alte Besteckfabrik, um das einmal hautnah selbst zu erleben.

Durch Fleckenberg mit seinen schönen Fachwerkhäusern führt der Wilhelm-Münker-Weg von 400m ü. NN direkt hinauf auf den Hauptkamm des Rothaargebirges, der sich hier gute 650m erhebt. Ziel der Etappe ist das kleine Dörfchen Jagdhaus, das südöstlich des Heidkopfs (666m) liegt. Entstanden ist der Weiler tatsächlich aus einem einzelnen Jagdhaus, das im 18. Jahrhundert errichtet wurde. Heute ist der Ort am Rothaarsteig vor allem dem Tourismus verschrieben. Auf siebzig Einwohner kommt mehr als die doppelte Zahl an Gästebetten.

Wilhelm-Münker-Weg Etappen


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