Wadern

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Wadern 950. Bedeutung erlangte es durch die Burg und das Schloss Dagstuhl und namentlich durch die Familie des Grafen Anton von Oettingen-Soetern-Hohenbaldern. Er war es auch, der in Wadern 1764 den Marktplatz bauen ließ und das Marktrecht einführte.

Am Marktplatz steht das Oettinger Schlösschen, das das Stadtmuseum Wadern beherbergt. Das Oettinger Schlösschen geht auf das Jahr 1788 zurück und wurde für die Gräfin Christiane von Oettingen-Soetern gebaut. Zwei Geschosse und fünf Fensterachsen stehen repräsentativ unter einem hohen Mansardwalmdach. Betonte Fensterleibungen mit Schlusssteinen, Schlagläden und das schöne Eingangsportal fügen sich zu einem harmonischen Ganzen.

Ebenfalls am Marktplatz befindet sich das Haus München. Haus München war im Besitz des Kölner Dompropstes Nikolaus München, der eine steile Karriere in der Kirchenverwaltung machte. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt Haus München um 1870.

In Wadern steht die katholische Pfarrkirche Allerheiligen. Sie wurde anstelle eines Vorgängerbaus 1817 errichtet, wobei der romanische Turm erhalten blieb. Der klassizistische Saalbau wird von Licht durchströmt. Benachbart zur katholischen Kirche fällt die Alte Post und Pferdewechselstation ins Auge. Sie entstand als barockes Bürgerhaus 1789 und kam später in den Postdienst. Das zweigeschossige Haus mit sieben Achsen zeigt auch Jugendstilelemente.

Die evangelische Kirche in Wadern ist jünger. Die Kirche aus roten Sandsteinen stammt aus dem Jahr 1896 und unschwer zu erkennen ist, dass der freistehende Glockenturm daneben rund 70 Jahre später dazu kam.

Lebendiger Geschichtsunterricht ist am Gymnasium in Wadern möglich und dazu muss man nur in den Keller. Dort findet sich ein Ausweichsitz der saarländischen Landesregierung. Der Atomschutzbunker wird in den Unterricht eingebunden uns ist nur auf Anfrage zu besichtigen. 1967 begannen die Bauarbeiten in Anlehnung an die Bunkeranlage bei Ahrweiler. 977 war Baustopp der insgesamt drei Bunkeranlagen. Man baute nicht zurück, das hätte ja auch wieder recht viel Steuergeld gekostet. Zwei Bunker liegen im Boden bei Schloss Dagstuhl, sind aber nicht mehr begehbar. Unter dem Gymnasium ist noch alles so, wie es verlassen wurde, mit Verkabelungen, Schlafplätzen und Duschen zur Dekontaminierung.

Verlässt man Wadern über die L 150 nach Norden, kommt man nach 5km in den Stadtteil Wadrill. Noch einmal 2km weiter hinein in den Hochwald liegt die Hochwaldalm Wadrill. Die Hochwaldalm ist die einzige saarländische Jungviehalm. 18ha Weideland stehen der Weidegenossenschaft zur Verfügung, beziehungsweise deren Jungvieh. Doch auch Zweibeiner und Radler haben die Hochwaldalm als Ausflugsziel entdeckt. Am Standort eines einstigen Bauernhofs, der abbrannte, wurde die Almhütte gebaut und gastronomisch betrieben.

Im Ort Wadrill selbst steht die St. Martin Kirche unter Denkmalschutz. Vermutlich ist ihr romanischer Turm über 1.000 Jahre alt. Die ursprüngliche Kirche erhielt 1766 durch den Chorraum eine Erweiterung. Das Kirchenschiff wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert neu gebaut. Benachbart ist das hübsche Pfarrhaus im Stil des Barock aus dem Jahr 1768.

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