Schloss Dagstuhl

Südlich von Wadern liegt der Stadtteil Dagstuhl mit dem sehenswerten Schloss Dagstuhl. Es wurde 1760-62 als herrschaftlicher Sitz von Graf Anton von Oettingen-Soetern-Hohenbaldern am Fuß der alten Dagstuhler Burg errichtet. 1775 wurde das Herrenhaus erweitert.

Die Französische Revolution vertrieb den Grafen von Dagstuhl und die Ländereien wurden verpachtet. 1806 zog die Familie des Barons Wilhelm de Lasalle von Louisenthal in das Schloss Dagstuhl ein. Seine Tochter Octavie de Lasalle wurde als Malergräfin bekannt. Ihr künstlerisches Wirken kann man in der Schlosskapelle sehen und nach ihren Anregungen entstand nahe dem Schloss ein Schlossgarten unter dem Dach „Gärten ohne Grenzen“.

1906 erweiterte die Familie de Lasalle Schloss Dagstuhl im Stil der Neogotik. Zwischen dem zweigeschossigen Haupthaus, wo noch Barock erkennbar ist, und der Schlosskapelle entstand ein verbindender Bau mit Mittelrisalit und Turm. Wände und Decken der Schlosskapelle Heilig Kreuz zeigen von Octavie de Lasalle gemalte Szenen aus dem Leben Mariens im Stil der Historienmalerei. Im Anbau der Kapelle sieht man einen von ihr gemalten Kreuzweg, der aus der Pfarrkirche Lockweiler stammt. Octavie de Lasalle lebte von 1811 bis 1890. Sie ist in Dagstuhl in der Familiengruft beigesetzt.

Im Schloss Dagstuhl lebte die Familie bis 1957. 1961 zogen die Franziskanerinnen hier ein und gründeten ein Altenheim. 1989 ging Schloss Dagstuhl in den Besitz des Saarlandes über. Die sehr sehenswerte Kapelle im Stil des Barock mit einem Dachreiter wird von der katholischen Kirchengemeinde Wadern genutzt und ist an den Nachmittagen für Besichtigungen offen.

Das Schloss Dagstuhl beherbergt das Leibniz-Zentrum für Informatik. Es ist ein anerkanntes Begegnungszentrum für Informatik und fördert Grundlagenforschung sowie die Anwendungsforschung. Im Leibnitz-Zentrum wird der Bogen von aktueller Wissenschaft, Forschung und Anwenderorientierung geschlagen. Praxis trifft auf Theorie und es werden zahlreiche Seminare angeboten.

Auf dem Schlossberg (334m) sieht man die Burgruine Dagstuhl. Sie wurde im 13. Jahrhundert als Vorposten des Herrschaftsgebiets des Trierer Bischofs erbaut und stand an der Mündung der Wadrill und Löster in die Prims. Die Anlage kommt auf eine Länge von 300m. Reste der Kern- und Vorburg sowie Grundmauern konnten sich erhalten und es ragt der angeknabberte Bergfried zum Teil in die Höhe. Die Burgruine kann man besichtigen.

Westlich von Dagstuhl liegt der Stadtteil Lockweiler. Er hatte auch mal eine Höhenburg und ist mit der Familie Lasalle verbunden. Die Burg Schwarzenburg auf dem Berg Haan, südlich von Lockweiler, entstand wohl im 12. Jahrhundert. An der Burgstelle (Burgstall) sieht man nur noch Mauerreste und Gräben. 1837 wurde an der Stelle der einstigen Kernburg von der Familie Lasalle von Louisenthal die Haankapelle gebaut.

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