Wörsdorf (Idstein)

Gut zwei Kilometer nördlich von Idstein im Wörsbachtal liegt Wörsdorf. Bereits 790 bekundet ist es der Schnittpunkt von vier Landstraßen. Heute kreuzen sich hier auf engem Raum die Autobahn A 3, die Bahnstrecke von Limburg nach Niedernhausen und die ICE-Neubaustrecke das Wörsbachtal. Westlich von Autobahn und Bahnstrecken steigt zwischen Gebrannter Berg (337m) und Nack (421m) der Hochwald der Langheck an, der dann ins Wallbachtal und zur Hühnerstraße hin abfällt.

Die evangelische Lukaskirche mit ihrem Kirchhof liegt im geometrischen Ortsmittelpunkt von Wörsdorf. 1736 wurde sie anstelle des baufälligen, teilweise abgebrochenen mittelalterlichen Vorgängerbaues errichtet. Der Saalbau mit viereckigem Giebelturm und Haubenlaterne besticht vor allem im Innern durch seine Wand- und Deckenmalereien. Am Chor sieht man die Darstellung der vier Evangelisten in Lebensgröße, Luther und Hus, an der Decke die zwölf Apostel und im Chorbogen Christus mit zwei Engeln. Zwei Gedenksteine um 1626 sind den Opfern einer Pestepidemie gewidmet.

Als dominanter Bau im Zentrum gegenüber der evangelischen Pfarrkirche wurde 1841 die alte Schule erbaut. Der spätklassizistischer Steinbau als klassischer nassauischer Schultyp mit schlichter fünfachsig gegliederte Hauptfassade und hohem Dachreiter mit Spitzhelm diente 1932-1945 als Jugendheim und von 1946-1972 als Rathaus.

Die katholische St. Nikolaus von Flüe Kirche am westlichen Ortsrand wurde zunächst als Autobahnkirche geplant und dann 1961-62 erbaut. Die ursprüngliche Widmung konnte nicht verwirklicht werden, da eine Ausfahrt von der nahen A 3 nicht genehmigt wurde. Der lang gestreckte rechteckige Bau mit seinen Seitenwänden aus Bruchsteinmauerwerk und Glas wirkt durch seine einfache und wirkungsvolle Raumgeometrie.

Auf dem Gelände des nach dem Dreißigjährigen Krieg ausgegangenen Dorfes Fackenhofen nördlich von Wörsdorf wurde 1699 das Gut Henriettenthal errichtet. Der Gebäudekomplex besteht aus einem Hofhaus, Stallungen, Scheunen, die eine vierseitige Hofanlage mit zwei gegenüberliegenden Toren bilden. Das verputzte Herrenhaus stammt aus dem 19. Jahrhundert, steht aber auf älteren Grundmauern. Die Nebengebäude sind teils aus Bruchsteinmauerwerk und Fachwerk. 1989 wurde hier ein 18-Loch-Golfplatz angelegt.