Wallbach (Taunus)

Von Wallrabenstein durch den Beuerbacher Kopf (371m) getrennt liegt Wallbach etwas südwestlich und ist heute Verwaltungssitz der Gemeinde Hünstetten. Wallbach liegt direkt an der Hühnerstraße, die hier auf die alte Verbindungsstraße von Michelbach nach Idstein trifft.

Dieser verkehrstechnischen Bedeutung ist es wohl geschuldet, dass bei Wallbach seit dem späten Mittelalter eine Wallfahrtskirche bezeugt ist, die erstmals 1515 als Wallfahrtsort Unserer lieben Frauen auf dem Honerberg erwähnt wird. Der Honerberg heißt heute Hühnerberg (410m) und schließt sich nordwestlich an Wallbach an.

Die Kirche am Hühnerberg wurde folgerichtig schnell Hühnerkirche genannt und heißt noch heute so, obwohl die Kapelle bereits 1668 abgerissen wurde. Der Gasthof und die Stallungen aber blieben erhalten und wurden 1753 durch eine beeindruckende Vierseit-Hofanlage, die einer kleinen Burg ähnelt, ergänzt. Das große Herrenhaus stammt von 1775 und besteht aus Bruchsteinmauerwerk und Fachwerkgiebel. Das Krüppelwalmdach wird gekrönt von einem kleinen Haubendachreiter, der an die kirchliche Vergangenheit erinnert. Die Hühnerkirche ist das Wahrzeichen der Gemeinde Hünstetten.

Die nahen Hügelgräber weisen zudem auf eine frühe Besiedelung der Gegend um Wallbach hin. Ein Ort mit ähnlichem Namen wird bereits 888 erwähnt, Wallbach selbst ist aber erst 1363 urkundlich nachweisbar.

Der Ort Wallbach selbst liegt wenige hundert Meter östlich der Hühnerstraße. Hier fällt die Landschaft zum Wallbach hin ab, der unweit des Dorfes entspringt, nach Osten fließt und zwischen Wörsdorf und Wallrabenstein in den Wörsbach mündet. Neben den landwirtschaftlichen Flächen nach Westen und Norden, erstreckt sich nach Osten ein ausgedehnter Wald mit schmalen Tälern und mehreren kleinen Bächen. Dieser als Langheck bezeichnete Wald reicht bis Idstein und wird u.a. von der alten Poststraße durchzogen.

Die heutige evangelische Kirche in Wallbach wurde laut Portal-Inschrift von 1753 anstelle einer gotischen Valentinus-Kapelle in der Ortsmitte erbaut. Der kleine Saalbau mit Walmdach und verschiefertem Frontturm mit Haubendach hat innen eine dreiseitige, teils doppelstöckige Empore.