Niedernhausen

An der Einmündung des Theißbachs in den Daisbach liegt Niedernhausen, das Zentrum des Seelbacher Grunds. Durch den günstigen Standort in der Nähe von Wiesbaden und Frankfurt und die gute Verkehrsanbindung hat sich Niedernhausen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einer beliebten Wohnsitzgemeinde entwickelt. Die S-Bahn-Linie 2 verbindet Niedernhausen mit dem 30km entfernten Frankfurt am Main und der Stadtbus bringt einen in einer halben Stunde in die hessisches Landeshauptstadt Wiesbaden.

Die gute Verkehrsanbindung bestand bereits im 19. Jahrhundert, wodurch Niedernhausen zum beliebten Luftkurort avancierte. Zahlreiche alte Hotel-Villen der Gründerzeit im ehemaligen Kurviertel sind Zeugen dieser Vergangenheit. So beispielsweise das ehemals als Jugendherberge genutzte Landhaus im Südosten, das am Hang mit seinen Gauben, Erkern, Spitzbogenfenstern und dem Sichtfachwerk von weithin sichtbar ist. In gleichem Stil und ebenfalls um 1900 entstanden ist das Postgebäude gegenüber dem Bahnhof. Das inoffizielle Kurhaus war die ehemalige Pulvermühle im Theißtal an der Grenze zwischen Königshofen und Niedernhausen.

Die alte Mühle am Daisbach – die Guldenmühle Niedernhausen - wurde bereits 1283 erstmals urkundlich erwähnt und liegt an der früheren Grenze zu Nassau-Eppstein an der tiefsten Stelle von Niedernhausen. Nach einer wechselhaften Geschichte wurden die Wohn- und Nebengebäude des 18. und 19. Jahrhunderts mit Fachwerk- Obergeschossen 1984 erneuert. Der ehemalige Mühlgraben und Teile des Mühlrades sind noch vorhanden.

Die evangelische Christuskirche wurde 1904 erbaut. Der kleine Saalbau verbindet neoromanische und neogotische Elemente. Direkt in der Nachbarschaft befinden sich zwei villenartige Gebäude aus derselben Entstehungszeit und mit dem ebenfalls für den Jugendstil typischen Formenspiel aus verschiedenen Epochen.

Die ehemalige katholische Mariä Geburtskirche, wurde 1881-85 erbaut. Da die alte Kirche nach einem Neubau seit 1960 leer stand, wird sie seit 1981 als Kulturzentrum Alte Kirche für Veranstaltungen genutzt. Sie ist ein typischer neugotischer Saalbau mit niedrigerem Chor und einem sechseckigen Dachreiter.

Noch viele Größeres in Sachen Kultur vor hatten die Bauherren des Rhein-Main-Theaters. 1993-95 für das Lloyd-Webber-Musical Sunset Boulevard erbaut, konnte selbst Indendant Peter Weck („Ich heirate eine Familie“) nicht verhindern, dass bereits 1998 der letzte Vorhang fiel. Heute wird das Rhein-Main-Theater als Veranstaltungshalle genutzt.