Wölfersheim

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Ungefähr auf halber Strecke zwischen Hungen und Friedberg liegt Wölfersheim, zentraler Ort der gleichnamigen Gemeinde in der Wetterau. Wie so oft in der fruchtbaren Wetterau, wird die Gegend schon seit Ewigkeiten besiedelt. Bei Grabungen fand man Gräber aus der Bronzezeit, deren Grabbeigaben heute im Wetterau-Museum in Friedberg ausgestellt sind.

Von oben betrachtet verlaufen die Straßen in Wölfersheim leicht im Oval um den Kern herum, wie als Schneckenhaus gezeichnet. Im nördwestlichen Teil des Zentrums erwartet den Besucher eine Prachtansicht der evangelischen Pfarrkirche aus dem Spätbarock, die zu den bedeutendsten querschiffigen Saalkirchen Hessens gehört. Der Turm der Kirche war einst Teil der Stadtbefestigung.

In der Wassergasse befindet sich der Schwarze Turm, ebenfalls in die Stadtbefestigung seinerzeit integriert. Er ist ein Wehrturm aus dem Mittelalter, der vor rund 500 Jahren vier Ecktürmchen und ein höheres Dach hatte. Interessant war und ist die offene Rückseite. Hier konnte sich kein Angreifer verstecken. Kein Butzbacher Krieger, um genau zu sein, denn Butzbach führte drei Angriffe 1425 auf Wölfersheim aus. Nachdem die Schutzfunktion des Turmes abnahm, nutzte man ihn zu Wohnzwecken.

Bewegt man sich nun weiter entlang der früheren Stadtbefestigung gegen den Uhrzeigersinn, gelangt man zum Weißen Turm. Er gehört als Wahrzeichen zum Stadtbild und seine Haube wird zu Weihnachten beleuchtet. Der Turm mit Steinhelm, in der Hauptsache rund mit gerader Seite zur Stadtmauer und einst offen zum Ort hin, ist fast 27m hoch und wurde 1408 fertiggestellt. Einst war sein Eingang auf der Höhe der Stadtmauer und durch ihn führte eine Pforte. Nachdem er als Wehrturm nicht mehr gebraucht wurde, fand er Verwendung als Gefängnis, im Anschluss als Armenhaus - und nun kann in den 1,6 bis 2,2m dicken Steinmauern geheiratet werden.

Der vierte Turm im Bunde der Befestigung Wölfersheims ist der Narrenturm. Dieser kann fast nicht entdeckt werden, wenn nicht gewusst wird, wonach zu suchen ist. Er steht nämlich lediglich als Mauerfragment auf einem Privatgrundstück und ist Teil einer Scheune.

Bekannt in Wölfersheim ist auch der große Röhrbrunnen im Ortskern, der aus fünf Röhren die einstige Wasserversorgung versinnbildlicht und wahrscheinlich als Viehtrog diente.

Unweit des kleinen Bahnhofs Wölfersheim wurde das Energie-Museum eingerichtet. Es informiert über die fast 200 Jahre, in denen Braunkohle auf der Wetterauer Seenplatte abgebaut wurde. Wie sich so ein Stollen anfühlt, erfährt der Gast im Abschnitt eines Stollennachbaus des Museums, der aus original Grubenholz, welches unter Tage war, gebaut wurde.

Südlich an Wölfersheim schließt sich nahtlos der Ortsteil Södel an. Hier steht Burg Södel. Der Rechteckbau mit Fachwerk im Obergeschoss, Treppentürmchen und Löwenrelief stammt aus dem 16. Jahrhundert und war Witwensitz der Fürsten zu Solms-Lich. Zeitweilig als Hotel genutzt zerfällt es in den letzten Jahren rasant, wird von der Natur umrankt und ist einsturzgefährdet.

Ein Blick in die Moderne bietet der Zukunftspfad Sodila (frühere Bezeichnung von Södel). Er führt in einem Bogen um den Ortskern und beschreibt in Stationen Gehölze, geschichtliche Meilensteine und umweltfreundliche Errungenschaften.