Thüringer Elisabethpfad Etappe 7 Ziegenhain - Stadtallendorf


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 24 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 19 Min.
Höhenmeter ca. ↑258m  ↓233m
Thüringer Elisabethpfad

Tagesetappe 7 des Thüringer Elisabethpfads beginnt am Paradeplatz in Ziegenhain. Hier sind zumindest zwei Dinge bemerkenswert: Die Anlage des Justizvollzugsanstalt Ziegenhain, in die die Wasserfestung Ziegenhain eingebunden ist. Die Wasserfestung Ziegenhain ist ein barocker Festungsbau, der im Dreißigjährigen Krieg zu den wichtigsten und größten Verteidigungsanlagen in Hessen zählte. Die Festung wurde niemals eingenommen, weshalb man heute in Hessen den Satz kennt: So fest wie Ziegenhain.

Auf der anderen Seite des Ziegenhainer Paradeplatzes steht das Museum der Schwalm. Es ist im Steinernen Haus untergebracht, einem mittelalterlichen Burgmannensitz, der im 17. Jahrhundert als Dreiflügelanlage mit Treppenturm umgebaut wurde. Im Museum der Schwalm werden neben heimatgeschichtlichen Exponaten auch viele Beispiele der bekannten Schwälmer Tracht gezeigt.

Aus der Altstadt heraus passiert man den Wallgraben und kommt zum Ufer der Schwalm, dem wichtigsten Zufluss der Eder und mit einer Länge von 97km zugleich der längste Fluss, der ausschließlich in Hessen verläuft. Der Thüringer Elisabethpfad folgt dem Lauf der Schwalm nach Treysa, dem Verwaltungszentrum von Schwalmstadt.

Wahrzeichen von Treysa ist die Totenkirche. Die Totenkirche entstand im 12. Jahrhundert im Übergang von Romanik zur Gotik und war Mittelpunkt eines großen Sendbezirks. Mit der Reformation wurde das Treysaer Kloster aufgehoben und die Klosterkirche als Stadtkirche genutzt. Die Totenkirche dagegen wurde nur noch für Beerdigungen in Anspruch genommen. Nach und nach verfiel die Totenkirche und wurde erst in den 1990er Jahren durch einen Förderkreis im Bestand gesichert.

Nachdem die Wiera passiert ist, spaziert man auf dem Thüringer Elisabethpfad durch das Gelände der Hephata Hessisches Diakoniezentrum. Hier fand 1945 die Kirchenkonferenz von Treysa statt, auf der die Evangelische Kirche in Deutschland EKD und das Diakonische Werk gegründet wurde. Vor der Hephata-Kirche erinnert ein Mahnmal an die von Nazis nach Hadamar transportierten Bewohner der Diakonieeinrichtungen, die dort im Rahmen des Euthanasieprogramms ermordet wurden.

Von Treysa leitet der Thüringer Elisabethpfad in den Herrenwald, eine Region am nordöstlichen Rand des Marburger Berglands. Man erreicht Momberg und wandert von hier weiter nach Speckswinkel. Die evangelische Kirche hat einen romanischen Chorturm, der komplett fensterlos ist. An der Nordseite der Kirche in Speckswinkel findet man ein schönes spätgotisches Portal, das die Datierung 1510 trägt, der Großteil des Kirchengebäudes ist jedoch deutlich jüngeren Datums.

Das letzte Wegstück bringt der Elisabethpfad den Wanderer schließlich nach Stadtallendorf, die junge Stadt im Grünen, wie das Stadtmarketing es formuliert. Zentral in der Stadtallendorfer Altstadt liegt die katholische Pfarrkirche St. Katharina, die zugleich Ziel dieser Tagesetappe ist. Sie wurde in den Jahren 1732-35 erbaut. Der Westturm der Kirche - ein gotischer Wehrturm – wurde bereits im 13. Jahrhundert errichtet. Die Kirche besitzt einen barocken Saalbau und ist auch im Inneren durchgehend barock ausgestattet. Die St. Katharina Kirche gehört zu den schönsten Barockkirchen in Hessen.

Thüringer Elisabethpfad Etappen


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Bildnachweis (attribution,via Wikimedia Commons): 1 by Oliver Deisenroth; 2,4 by 2micha; 3 by Zebradrei; 5 by Andreas Trepte; 6 by Catcop [CC-BY-SA-3.0]

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