Schloss Badinghagen

Ein echtes Wasserschloss ist es, das Schloss Badinghagen. Südlich der Kernstadt von Meinerzhagen steht es und damit im Übergang von Sauerland zum Bergischen Land. Das Schloss könnte aus einem Grimmschen Märchen stammen mit seinem hohen Bruchsteinsockel und dem dekorativen schwarz-weißen Fachwerk. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Schloss Badinghagen gerne mal als Drehort für romantische Filme genutzt wird.

Die Geschichte des ehemaligen Rittersitzes ist rund tausend Jahre in die Vergangenheit dokumentiert. 1160 wird die Besitzung erstmals urkundlich erwähnt. Die Ritter von Badinghagen waren es, die die Anlage, so viel weiß man, mindestens seit 1363 im Familienbesitz hatten und ihr auch den Namen gaben. Die Familie jedoch starb aus, und Schloss Badinghagen wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrfach den Besitzer. Ursprünglich hatte die Anlage noch weitere Gebäude umfasst, heute ist nur noch das Wasserschloss selbst erhalten, das sein Aussehen im Wesentlichen 1902 erhielt und nicht mehr allzuviel mit dem historischen Schloss zu tun hat.

Die Agger fließt ganz in der Nähe vorbei. Sie entspringt weiter nördlich, fast mitten in Meinerzhagen, und sorgt auf ihrem Weg nach Süden für die Befüllung der Wassergräben von Schloss Badinghagen. Anschließend fließt sie weiter hinüber ins Bergische Land, wo sie die Aggertalsperre füllt und letztlich nach 69km bei Troisdorf in die Sieg mündet.

Wandert man von Schloss Badinghagen aus Richtung Norden nach Meinerzhagen, kann man noch einen kleinen Abstecher zu den Meinhardus-Mattenschanzen machen. Hier findet Wintersport auch im Sommer statt. Über hundert Jahre alt ist die Meinerzhagener Tradition im Skisprung, denn schon 1912 nutzte man einen Sprunghügel für den Sport. Schon bald baute man eine richtige Schanze, und 1925 fand der erste große Wettbewerb statt.

Nach mehrfachen Umbauten und Erweiterungen macht man schließlich 1964 aus der großen Schanze eine Mattenschanze, um auch ohne Schnee trainieren und Wettbewerbe durchführen zu können. Im September des gleichen Jahres fand das große Eröffnungsspringen statt. Die Springer rasen mit 70-75 km/h den rund 38m hohen Sprungturm hinab und erreichen dabei Sprungweiten von bis zu 68m. Neben der großen Schanze gibt es auch noch eine mittlere und eine kleine.

Wer sich nun nach Osten wendet und noch ein wenig weitergeht, erreicht bald Scherlerwieden. Hier verläuft die eingleisige Bahnstrecke zwischen Meinerzhagen und Krummenerl, die ursprünglich über Olpe bis Kreuztal weitergeführt werden sollte. Die Strecke ist mittlerweile für den Personenverkehr stillgelegt, die Eisenbahnbrücke bei Scherlerwieden aber nach wie vor sehenswert. Die Stahlfachwerkbrücke hat eine nach unten ausgewölbte Form, weswegen diese Bauart sehr treffend Fischbauchbrücke heißt. Sie entstand 1912-14. Nach Westen schließt sich an das Stahlfachwerk eine massive Bogenbrücke aus Beton mit Bruchsteinverkleidung an. Diese Art Brücke findet man in Deutschland nicht allzu oft, darum wurde die Brücke bei Scherlerwieden auch unter Denkmalschutz gestellt.

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