Krummenerl

Ganz im Süden des Ebbekamm-Gebiets, kurz vor der südlichen Kreisgrenze zwischen Kreis Olpe und Märkischem Kreis, liegt der Meinerzhagener Ortsteil Krummenerl. Im Norden überragt der Krähenberg (486m) den Ort, und durch Krummenerl hindurch fließt die junge Lister. In ihrem weiteren Verlauf füllt sie die Listertalsperre, sozusagen den westlichen Ausläufer des Biggesees.

Bekannt ist Krummenerl für seine Steinbrüche. In ihnen wird im Tagebau Schotter gewonnen, den unter anderem die Deutsche Bahn für ihre Gleisanlagen benötigt. Ein recht großer Anteil des für Gleisbetten verbauten Schotters stammt hier aus dem Meinerzhagener Ortsteil.

Und mit der Eisenbahn hat auch die heimliche Attraktion Krummenerls zu tun: die Unvollendete. Es handelt sich dabei nicht um ein Musikstück, wie man im ersten Augenblick denken könnte. Sondern vielmehr um eine Bahnstrecke, die 1912-1927 zwischen Meinerzhagen und Krummenerl entstand. Es war geplant, die Strecke von hier aus noch weiter zu führen, über Olpe nach Kreuztal. Doch zwei Weltkriege und akute Finanznot sorgten dafür, dass dieser Plan nie umgesetzt wurde.

Im Zusammenhang mit dieser Bahnstrecke steht auch der denkmalgeschützte Wasserturm auf dem Gelände des ehemaligen Krummenerler Bahnhofs. Er entstand 1923 und hielt das Wasser bereit, das die Dampflokomotiven brauchten. Im Märkischen Kreis gibt es keinen zweiten erhaltenen Eisenbahn-Wasserturm dieser Art, woraus sich seine besondere Bedeutung als Baudenkmal erklärt.