Ebbekamm

Valbert, der zentrale Ort am Ebbekamm, gilt als regenreichstes Dorf in Nordrhein-Westfalen. Das zumindest behauptet der Deutsche Wetterdienst, und der sollte es ja wissen. Aus diesem Reichtum an Niederschlägen resultiert letztlich auch der Reichtum an Gewässern, der das Ebbegebirge und damit auch den Ebbekamm auszeichnet. Der kaum besiedelte Ebbekamm verläuft ganz im Süden des Märkischen Kreises von West nach Ost.

Südlich an den eigentlichen Ebbekamm mit seinem höchsten Punkt, der Nordhelle (663m), schließen sich die Täler von Lister und Ihne an. Mit ihren zahlreichen Seitentälern sind beide von Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen geprägt und übersät mit zahllosen kleinen und kleinsten Ortschaften. Sie gehören verwaltungstechnisch zur Stadt Meinerzhagen, man kann also gewissermaßen von Stadtteilen sprechen. Allerdings handelt es sich dabei genau genommen selten um mehr als eine Hand voll Häuser.

Die Kreisgrenze zwischen Märkischem Kreis und Kreis Olpe bildet den südlichen Rand der Wanderregion Ebbekamm. Ein Teil der Grenze verläuft mitten durch die Listertalsperre, ein beliebtes Ziel für Ausflügler und Urlauber aus ganz Deutschland. Die Talsperre grenzt mit ihrer Staumauer direkt an den großen Biggesee, der dann schon in der Attendorner Mulde liegt, die sich östlich an den Ebbekamm anschließt.

Nördlich des Ebbekamms ist es insbesondere das Tal der Oester mit der Oestertalsperre, das den Übergang zum Plettenberger Land markiert. Nach Westen hin ist es keine natürliche Grenze, die das Gebiet abschließt, sondern eine von Menschenhand errichtete: die Autobahn A 45, die auch den Beinamen Sauerlandlinie trägt.

Wie es der Name schon vermuten lässt, ist der Ebbekamm recht zentral im Naturpark Ebbegebirge gelegen. Die gute Verkehrsanbindung durch die nahe Autobahn ist einer der Gründe dafür, dass die Region bei ihren Besuchern beliebt ist. Ein weiterer ist die Natur. Der Ebbekamm ist nämlich ein hervorragendes Wanderrevier. Weitab von menschlichen Siedlungen kann man hier Stunde um Stunde durch den dichten Wald wandern, durch Hochmoore, Wacholderheiden und die Quellgebiete ungezählter Flüsse und Bäche.