Rundwanderweg Beilstein - Ulmtalsperre


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 42 Min.
Höhenmeter ca. ↑246m  ↓246m
Der 2010 eröffnete Ulmtalrundweg im Greifensteiner Land

Im Greifensteiner Land gibt es auch neben der Burg Greifenstein Einiges zu sehen und zu erwandern. Eine schöne Alternative ist dafür der große Ulmtal-Rundweg. Diese stolze 50km-Runde lässt sich bequem in vier Varianten wandern. Die nördlichste Runde ist dabei der Weg von der Ulmtalsperre nach Beilstein und zurück.

Startpunkt ist der Staudamm des Ulmbachstausees, der bei voll Vollstau eine Wasserfläche von 6,7ha hat. Die kann man zum Baden, Bootchenfahren, Tauchen oder Angeln nutzen, weshalb der See zu einem beliebten Ausflugsziel im hessischen Westerwald gehört.

Direkt oberhalb der Ulmtalsperre passiert man die spärlichen Reste von Burg Lichtenstein. Die kleine Höhenburg wurde vermutlich um 1225 erbaut und später wie Burg Greifenstein auch von den Grafen von Nassau erobert und zerstört, da sich die Greifensteiner gegen den regierenden König Adolf von Nassau gestellt hatten. Im Gegensatz zur Burg Greifenstein wurde Burg Lichtenstein aber nicht wieder aufgebaut. Von der ehemaligen Burganlage sind heute nur noch Reste des Halsgrabens unterhalb des Bergplateaus sowie geringe Mauerreste zu sehen.

Von hier folgt der Rundwanderweg dem Ulmbach westwärts nach Beilstein, dem Verwaltungssitz der Gemeinde Greifenstein. Beilstein war im 14. Jahrhundert sogar einmal eine Stadt, verlor diese Rechte aber nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Die Bedeutung Beilsteins im Mittelalter resultierte aus der Burg Beilstein, die wohl im 12. Jahrhundert erbaut wurde und schon damals einen kleineren Vorgängerbau ersetzte. Später kamen die Grafen von Nassau in den Besitz der Burg und machten sie zum Zentrum einer eigenen Erblinie in der Familie.

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde der heutige Palais erbaut, der mit seinen dreieinhalb Stockwerken eine Höhe von gut 13m hatte. Die beiden Endseiten waren schildmauerähnlich ausgebaut und hatten an ihren Ecken zur Verstärkung je eine Tourelle. Zur südlichen und bergzugewandten Seite hin waren die Wirtschaftsgebäude durch einen Graben gesichert.

Als Burg Beilstein im 16. Jahrhundert an die Dillenburger fiel und der Dreißigjährige Krieg später Europa in Chaos stürzte, verlor die Burg ihre Bedeutung und verfiel. Im 19. Jahrhundert wurde sie dann verkauft, um als günstiger Steinbruch zu dienen. Erste Sicherungsmaßnahmen der historischen Anlage wurden erst im 20. Jahrhundert durchgeführt.

Mittlerweile wurde unter Bewahrung der noch vorhandenen Gebäudeteile in der Ruine des Palas ein futuristisch anmutender Neubau errichtet, dessen Fassade überwiegend aus Stahl und Glas besteht. Da sich der Neubau in den Ausmaßen an das historische Vorbild annähert, ergibt dies eine spannende Mischung. In der Anlage befindet sich heute ein Wohnheim für behinderte Menschen, so dass nur eine Besichtigung der Außenanlagen möglich ist.

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