Rammelfangen (Wallerfangen)

Rammelfangen liegt umgeben von den beiden Anhöhen Hirnberg (356m) und Gallenberg (377m) östlich von Gisingen und hat um Ort und Höhen die Traumschleife Hirn-Gallenberg-Tour gebunden (7km) mit weiten Blicken ins Saartal und bis nach Frankreich.

Auf der Hirn-Gallenberg-Tour geht es durch einen alten Steinbruch hinauf zum Hirnberg. Hier steht der 5m hohe Aussichtsturm. Vom Aussichtsturm Hirnberg, mit Panoramatafeln ausgestattet, bietet sich ein schöner Panoramablick: Die Sicht reicht von Eimersdorf und Saarfels ins Saartal. Der Litermont (414m), der Schaumberg (568m) und die Burgruine Siersburg sind gut zu erkennen. Der nahe gelegene Gallenberg und Scheidberg sowie die Dörfer Gisingen und Rammelfangen sind greifbar nah. Etwas weiter entfernt liegen die lothringischen Dörfer Reming und Villing.

Eine historische Spur in Rammelfangen ist das privat bewohnte Herrenhaus, auch genannt Schloss Dusard de Vigneulle aus dem 18. Jahrhundert. Erhalten hat sich das Herrenhaus als einfacher Putzbau mit fünf Achsen und zwei Geschossen. Ein Umbau fand 1857 statt.

Eine andere Sehenswürdigkeit ist der von der Dorfgemeinschaft wieder hergerichtete Waschbrunnen, der um 1850 gebaut wurde. Der Brunnen hat eine eigene Quelle und im Inneren überspannt ein Tonnengewölbe aus Sandstein die Decke.

Ebenfalls in der Weingartstraße steht die Hauskapelle St. Hubertus aus dem Jahr 1736 und die Kapelle mit Kreuzigungsgruppe aus dem Jahr 1854, wobei die Kreuzigungsgruppe aus dem 18. Jahrhundert ist. Die Kirche in Rammelfangen, das 260 Einwohner hat, stammt aus dem Jahr 1960 und ist Maria-Königin gewidmet.

Dass man in dieser Region früher anderen Göttern huldigte, davon gibt das keltisch-römische Quellheiligtum Sudelfels Auskunft. Das Heiligtum gehört zu den wichtigen Entdeckungen aus dieser Epoche im Saarland und ist frei zugänglich. Man findet den Sudelfels nordwestlich des Ortskerns von Rammelfangen, an der L 354. Es gehört zum Ort Ihn. Man sieht die Grundmauern der Kultstätte sowie ein Hypokaustum (Warmluftheizung).

Folgt man der Landstraße gen Süden, kommt man nach Ihn. Im Ihner Tal waren bereits die Kelten daheim. Aus deren Sprache stammt der Ursprung des Ortsnamens, der mit Feuchtgebiet übersetzt werden kann. Dafür zuständig ist der Ihner Bach, der den Ihner Weiher speist. Das Angelgewässer liegt in einem Naherholungsgebiet.

Folgt man nun der L 354 weiter, kommt man nach Leidingen, das eine Besonderheit hat. Hier gibt es die Neutrale Straße. So heißt sie auf der deutschen Seite, auf der französischen heißt sie Rue de la Frontière. In Leidingen leben rund 85% der Menschen in Deutschland und 15% in Frankreich. Im Mittelalter war man noch zusammen. Nach der Grenzkonvention zwischen Preußen und Frankreich im Oktober 1829 ging eine Grenze durch Leidingen. Die wurde weitestgehend ignoriert, weshalb die Häuser links und rechts der Neutralen Straße recht nah an selbiger stehen, bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Da durften die Kinder auf der französischen Seite nur noch französisch sprechen. Heute feiern die Leidinger wieder gemeinsame Dorffeste.

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