Römershagen (Bigge-Quelle)

Am Nordhang der Wasserscheide, die das Siegerland vom Ebbegebirge trennt, entspringt die Bigge. Ihr Name ist den meisten Besuchern des Sauerlands ein Begriff. Immerhin füllt der Fluss nach rund 16km den Biggesee. Und der Biggesee ist nach dem Möhnesee im Arnsberger Wald nach Fläche der zweitgrößte Stausee des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Quelle der Bigge liegt am Südrand des Wendener Ortsteils Römershagen unmittelbar an der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Südlich der Quelle beginnt das Wildenburger Land, nördlich erstreckt sich das Panneklöpperland.

Die Bigge ist mit 45km der größte Zufluss der Lenne. Von der Quelle bei Römershagen verläuft fast auschließlich in Süd-Nord-Richtung und passiert die Gemeinde Wenden und die Stadt Olpe, um dann den 1956-65 entstandenen Biggesee zu speisen. Dann erreicht die Bigge Attendorn, durchfließt den Ahauser Stausee und kommt nach Finnentrop, wo die Bigge der Lenne zufließt.

Der kleine Ort Römershagen ist schon recht alt und wurde erstmals 1144 erwähnt. Die Ortsmitte wird von der wuchtigen Pfarrkirche Maria Königin dominiert, deren romanischer Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert datiert. Das Kirchenschiff entstand erst 1718, sein Stil ist von der Gotik beeinflusst. Sehenswerte Details der Innenausstattung sind insbesondere der Hochaltar aus dem Jahr 1733 sowie die Seitenaltäre und die Kanzel, die der Barockbildhauer Johann Nikolaus Düringer 1734 gestaltete.

Zu einer Rast in idyllischer Umgebung lädt der Löschweiher Römershagen ein. Während sich die Kinder auf dem nahegelegenen Spielplatz austoben, können die Erwachsenen einen Blick auf die alte Feuerlöschpumpe werfen. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert, wurde aber hervorragend restauriert und als Schaustück direkt am Weiher aufgestellt.

Nördlich von Römershagen schließt sich der Nachbarort Ottfingen an. Auch hier ist es wiederum ein Sakralbau, der ins Auge fällt: die Aale Kapäll in der Mitte des Ortes. Der wuchtige Turm ist im romanischen Stil gestaltet, während das Kirchenschiff und die Apsis gotische Züge zeigen. Aus dem Jahr 1489 stammt die Kapellenglocke, die heute in der katholischen Filialkirche St. Hubertus schlägt.