Pluwig

Pluwig liegt westlich der Ruwer im Übergang zum Konzer Land. In Pluwig wurden einst Steine gebrochen, davon zeugen die Steinbrüche und einer davon ist Kulisse für die Karl-May-Festspiele in Pluwig. Alle zwei Jahre wird auf der Freilichtbühne Winnetou lebendig. Der einzig wahre Häuptlingsdarsteller für viele Menschen war und bleibt Pierre Brice (1929-2015), der 2007 persönlich die Festspiele in Pluwig besucht hat – unter heftigem Applaus.

Die Denkmalzone Pluwiger Hammer, heute in Privatbesitz, erstreckt sich südöstlich des Ortes an der Ruwer und der Kreisstraße 45, die nach Ollmuth führt. Der Pluwiger Hammer ist eine ehemalige Eisenschmelze mit Mahl- und Sägemühle, die vermutlich auf eine 1806 versteigerte Mühle zurückgeht. In der Umgebung wurde seinerzeit Erz aus dem Berg gelöst und zum Hammerwerk gebracht, dass bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts betrieben wurde. Zehn Wasserräder waren hier einst aktiv und dazu wurde der Hammerbach von der Ruwer über ein Wehr abgeleitet. Erhalten haben sich ein Wassergraben, das stattliche Wohnhaus, ein Backhaus und das Werkgebäude.

In der Nähe liegt die ehemalige Hochwaldbahnstation Pluwigerhammer. Der Typenbau ist ein ein- bis zweigeschossiger Rotsandsteinquaderbau mit Kniestock aus dem Jahr 1889, wie man sie häufiger an der Trasse der Hochwaldbahn findet. Von Trier-Ruwer bis Hermeskeil wird die stillgelegte Trasse vom Ruwer-Hochwald-Radweg genutzt.

In Pluwig fällt die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer durch ihren stattlich wirkenden Turm auf. Die Kirche liegt passenderweise auf dem Johannesberg. Etwa 400m südwestlich stand die Vorgängerkirche, wo heute ein Teil des Friedhofs ist. 1805 wurde die jetzige zweischiffige Hallenkirche gebaut, mit Erweiterungen in den Folgejahren. Der Turm und ein Seitenschiff entstanden erst 1914-15. Unter Denkmalschutz steht auch der Kirchplatz mit der Bebauung aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts, das Pfarrhaus, die frühere Schule und ein Quereinhaus.

Oberhalb des Pluwiger Hammers thront auf einem Felssporn im Ortsteil Geizenburg die heilige Walburga als Statue. Seit 1846 blickt die Nichte des heiligen Bonifatius in die ländliche Umgebung und den Hochwald. Walburga ist übrigens die Patronin der Wöchnerinnen, Bauern und Seefahrer. Die Statue der heiligen Walburga liegt am Walburga-Wanderweg.

Der örtliche Walburga-Wanderweg (9km) ist mit einem roten Punkt gekennzeichnet und der längste Weg in Pluwig. Der Panorama-Wanderweg (8km) hat einen gelben Punkt und der Karl-May-Wanderweg einen grünen. Die Wanderwegetafel steht am Kirchplatz in Pluwig, von dem aus man starten kann. Der Karl-May-Wanderweg führt natürlich zur Freilichtbühne.

Von Pluwig aus kann man auch die Traumschleife Romika-Weg (11km) wandern. Der Romika-Weg führt entlang der Ruwer nach Gusterath-Tal, dem Ort, wo 1921 die Schuhfabrik Romika gegründet wurde. Die Traumschleife Romika-Weg führt dann weiter nach Gusterath und Richtung Sommerau, überquert die Ruwer und Romikastraße und wendet wieder gen Süden, wo es über Lonzenburg und Raulsmühle zurück zum Ausgangsort geht.

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