Odenhausen (Lahn)

Der zu Lollar gehörende Ort Odenhausen liegt an der Einmündung der Salzböde in die Lahn. Die Salzböde entspringt bei Schlierbach im Gladenbacher Bergland und fließt u.a. durch Bad Endbach, Gladenbach und Lohra auf 28km der Lahn zu. Die Lahn wird in Odenhausen übrigens von zwei historischen Buntsandsteinbrücken überspannt.

Eine Sehenswürdigkeit ist die evangelische Kirche in Odenhausen. Die romanische Dachreiterkirche stammt aus dem 11. Jahrhundert. In der kleinen Kirche findet man so eine ungewöhnliche Mischung von Baustilen: Gotische Chorfenster, barocke Haubendachreiter, romanische Rundbogenfenster und moderne Glasfenster in den Seitenschiffen, so etwas sieht man nicht alle Tage.

Wer die Kirche in Odenhausen besucht und sich aufmerksam ihre Gemälde ansieht, der kann einen lustigen „historischen Tippfehler“ entdecken, denn in Odenhausen findet sich das elfte Gebot: Bei einem Gemälde, auf dem Moses die Tafel mit den 10 Geboten erhält, nummeriert der Maler das 9. Gebot statt römisch IX mit XI - der Nummer 11.

Der angeblich einzige Berg, von dessen Kuppe man - bei klarem Wetter - Gießen und Marburg zugleich sehen kann, liegt zwischen Odenhausen und Ruttershausen: Der Altenberg (300m). Die Aussicht erlaubt dabei einen weiten Rundblick über die Täler von Lahn, Salzböde und Lumda. Auf dem Altenberg wurden übrigens Überreste einer alten Burg gefunden, die vermutlich um 1400 von Hessen und Nassau zum Schutz vor Staufenberg errichtet wurde.

Nördlich von Odenhausen liegt mitten im Wald das Schloss Friedelhausen. Das aus Lungenstein, einem dunklen Basalt, errichtete Schloss kann über Radwege oder eine schlecht befestitigte Straße erreicht werden. Das älteste Gebäude, heute Teil des angrenzenden Gutshofes, wurde 1564 errichtet, das Schloss wurde allerdings schon im 13. Jahrhundert erwähnt. Das heutige Schloss wurde im spätgotischen Stil Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Einer der berühmtesten Gäste war zu Beginn des 20. Jahrhunderts hier: der Dichter Rainer Maria Rielke.

Das benachbarte Hofgut Friedelhausen wird schon seit 1982 von der Hofgemeinschaft für heilende Arbeit bewirtschaftet. Es beherbergt eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Menschen mit und ohne Behinderung. Im Hofladen können vor Ort hergestellte Bio-Produkte wie Käse, Gemüse oder Wurst von Besuchern gekauft werden. Außerdem werden Führungen über das historische Hofgut angeboten.