Oberursel-Bommersheim

Bommersheim ist der östliche Teil der Kernstadt von Oberursel, der bereits 1929 in das Stadtgebiet eingemeindet wurde. Markantestes Gebäude ist die 1736 erbaute Barockkirche St. Aureus und Justina, mit der Bommersheim 1740 ihre pfarrliche Unabhängigkeit erhielt.

Die Innenausstattung der St. Aureus und Justina Kirche ist noch fast vollständig aus der Entstehungszeit erhalten und macht die Kirche zu einem Kunstwerk von außerordentlichem Rang. Besondere Beachtung verdienen der barocke Hochaltar des Hadamarer Bildhauers Martin Volck (1740) und die barocken Seitenaltäre des Johann Wiess (vor 1738).

Hinter der Kirche wurden 1988 Teile der Fundamente der früheren Burg Bommersheim freigelegt. Burg Bommersheim geht auf eine frühe Turmhügelburg zurück, die bereits im 11. Jahrhundert bestanden haben könnte. Von hier unternahmen die Herren von Bommersheim ihre räuberischen Züge auf die Kaufleute, die auf dem Weg nach Frankfurt waren. Das fand die Reichsstadt nicht lustig und zerstörte die Burg 1382.

Auf dem Burggelände wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Kirmesplatz angelegt, worauf die genaue Lage in Vergessenheit geriet, bis bei Kanalarbeiten 1988 Mauerreste entdeckt und entsprechend sorgfältig freigelegt wurden. Heute ist ein Teil der Ringmauerfundamente bis zu einer Höhe von 0,50 – 0,70 m aufgemauert in das Freigelände eines Kinderhorts integriert.

Im Übergang von Bommersheim nach Oberursel liegt der Alte Friedhof Oberursel. Im Zentrum des Friedhofs steht die Kapelle zum Heiligen Kreuz, die 1618 als Sühnekapelle nach einer Pestepedemie erbaut wurde. 1718 wurde die Kapelle grundlegend umgebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen. Auf dem Alten Friedhof Oberursel befindet sich eine Kreuzigungsgruppe – ein so genannter Kalvarienberg –, der auf den Beginn des 17. Jahrhunderts zurückgeht. Neueren Datums ist die große Trauerhalle mit der auffälligen Verkleidung aus dunklen Holzschnitzereien.