Niederseelbach

Niederseelbach liegt im Seelbacher Grund nördlich der Einmündung des Seelbachs in den Daisbach. Die typischen Hochwälder des Taunus erstrecken sich im Westen an den steilen Hängen des Lenzenbergs (461m) und nach Süden zur Hohen Kanzel (592m) hin, während sich nach Norden eine große zusammenhängende landwirtschaftliche Fläche bis über den südlichen Verlauf des Limes in die Idsteiner Senke erstreckt.

Malerisch an den Wiesen im Talgrund des südlichen Ortsrandes liegt die evangelische Johanniskirche. Sie war seit dem Mittelalter religiöser und geistiger Mittelpunkt des Seelbacher Grundes und ist von einem ummauerten Kirchhof umgeben. Die Johanniskirche wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Die Tatsache, dass die Kirche etwas abseits des Dorfkerns von Niederseelbach in den Wiesen liegt, könnte aber auf eine Entstehung als Feldkirche hindeuten, wie sie in karolingischer Zeit, also bereits um 800 üblich war.

Der seitliche spätromanische Wehrturm wurde 1790 mit einem barocken Haubenhelm, einer so genannten Welschen Haube, versehen und besitzt ein unterirdisches Gewölbe. Das Gotteshaus ist ein schlichtes spätgotisches Gebäude mit einem einschiffigen Kirchenraum und einem Chor. Die Johanniskirche gilt als das wertvollste historische Bauwerk in der Gemeinde Niedernhausen und ist eine begehrte Hochzeitskirche.

Das ehemalige Pfarrhaus in der Nachbarschaft zur Kirche ist ein ganz verputztes Fachwerkgebäude mit hohem, relativ steilem Dach. Die Wirtschaftsgebäude und eine Scheune schließen sich rückwärtig an. Die ehemalige Schule, jetzt ein Wohnhaus liegt gegenüber dem früheren Pfarrhaus. Das Klassenzimmer lag ebenerdig, im Obergeschoss befand sich die Lehrerwohnung.

Außerhalb des alten Ortsbereichs wurde das neue Pfarrhaus im Zuge einer Ortserweiterung 1927 errichtet. Inmitten eines Gartens liegt ein symmetrischer Bau mit seinem Walmdach und dem typischen Idsteiner Eingang mit Steintreppe und kleinformatigen Fenstern beiderseits einer Haustür mit Oberlicht.