Meiches

Meiches ist der nordwestlichste Ortsteil der Gemeinde Lautertal im Vogelsberg. Im Norden grenzt Lautertal an die Gemeinde Schwalmtal, im Osten an die Stadt Lauterbach und im Süden an den Oberwald im Hohen Vogelsberg. Über die Dächer von Meiches in südliche Richtung geschaut, fällt der Blick auf eine Hügelkette, deren markantester Gipfel der Totenköppel (559m) ist. Einer Sage nach soll Bonifatius auf seinem Weg vom Kloster Amöneburg nach Fulda auf dem Totenköppel gepredigt haben. Auch soll der Ort eine Kultstätte der Chatten gewesen sein.

Die Meichener Totenkirche zwischen den Buchen hat auf dem Türsturz die Jahreszahl 1729 eingeprägt. Ihr jetziges Erscheinungsbild erhielt sie zu dieser Zeit. Sie wurde aus den Resten der älteren Heiligkreuz-Kirche erbaut. Gotische Elemente der Vorgängerkirche sind heute noch zu erkennen, wie das zugemauerte zweiteilige Fenster oder der gotische Türbogen im Westteil.

Die Totenkirche ist aus Feldsteinen gemauert und im Inneren wirkt sie schlicht und rustikal, beinahe unverwüstlich. Steinboden, weißer Putz an den Wänden, der gemauerte und ebenfalls verputzte Altar an der Seite. Auf der anderen Seite ist eine kleine Kanzel angebracht. Vor wenigen Jahren wurde bei der Restaurierung eine Wandmalerei aus der Entstehungszeit unter Lehmputz entdeckt: Christus als Schmerzensmann.

Interessant ist auch die Geschichte, die sich um den eingemauerten eisernen Opferstock rankt. Früher hätten die Menschen viele Sachspenden gebracht, was wohl eher einer Tauschbörse glich. Es muss ein stetiger Austausch der Gaben stattgefunden haben, so dass der Pfarrer leer ausging. Da wurde der Opferstock gebaut. 20 Gulden, so heißt es, habe der Pfarrer dann jährlich herausholen können.

Eine Besonderheit ist der Taufstein aus dem Jahre 1501, früher stand er draußen und in ihm soll sich heilendes Wasser gesammelt haben. Herumziehende hätten durch Feuer dem Stein einen Sprung versetzt, daher steht er heute im Trockenen. Rund dreißig dieser Bonifatiussteine sollen in der Region existiert haben. Taufsteine wie der in der Totenkirche sind noch in Schlitz und Angersbach zu finden. Die Abbildungen auf dem Stein zeigen gotische Elemente und den Drachentöter Sankt Georg.

Bilder und Geschichten lassen sich auch auf den Grabsteinen entdecken. Mancher erzählt sogar, wie der Mensch zu Tode gekommen ist, wie beispielsweise der Familienvater, der von einem Baum stürzte. 43 alte Grabsteine aus unterschiedlichen Epochen, Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus, sind hier zu sehen.

Von einer Basalt-Lesesteinmauer ist der Friedhof und die Totenkirche umgrenzt. Hessenweit ist Meiches der einzige Ort mit einem Sippenfriedhof. Die Verstorbenen werden zu ihren Ahnen gebettet. Wer kein Familiengrab hat, wird am Rand bestattet. Interessant ist die Reihenfolge, in der die Ortsfremden aufgezählt werden: wandernde Handwerksburschen, Zigeuner, Lehrer, Pfarrer.