Kordel

Der staatlich anerkannte Erholungsort Kordel liegt links der Kyll an den Ausläufern des Meulenwalds in der Mosel-Eifel. Bekannt ist Kordel vor allem für den Kordeler Sandstein. Kordeler Sandstein, auch Voltziensandstein genannt, ist ein gelblichgrauer oder roter Sandstein, der bei Kordel gebrochen wird. Aus Kordeler Sandstein sind u.a. die Porta Nigra und der Trierer Dom gebaut, aber auch die Ruhmeshalle in Wuppertal-Barmen und die evangelische Hauptkirche in Rheydt.

Die beiden wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kordel sind Burg Ramstein und die Genovevahöhle, beides rechts der Kyll im Wandergebiet Trierer Land. Im Ortskern Kordels ist Bausubstanz ab dem 16. Jahrhundert zu sehen. In der Bahnhofstraße stehen typische Eisenbahner-Wohnhäuser aus Rotsandstein, die aus dem Jahr 1871 stammen. Ebenso wie der Bahnhof der Eifelbahn. Er ist aus dem gleichen Jahr und ein klassischer Typenbau aus Rotsandsteinquadern.

Älter ist die katholische Pfarrkirche St. Amandus. Der neugotische Saalbau wurde Mitte des 19. Jahrhunderts geweiht. Amandus missionierte Heiden an der Schelde, stiftete Klöster und war den Geschichten nach ein strenger Sittenrichter.

Im Mühlenecken findet sich ein klassizistischer Krüppelwalmdachbau aus dem Jahr 1839 – das Haus ist eine ehemalige Ölmühle. In der Gemarkung Kordels sind noch weitere Mühlen zu finden, wie die Lohmühle am Kimmlinger Bach. Wer jetzt ein Gebäude erwartet, kann lange suchen. Die Lohmühle ist eine mittelalterliche Felsenmühle. Die Bogenhöhle misst rund 12,5m in der Breite und öffnet sich zum Bach hin, an dessen Steilwand sie unterhalb eines kleinen Wasserfalls liegt. Spuren von Balkenlöchern deuten auf ein Mühlrad hin, ebenso wie dorthin führende Wasserleitungen.

Die Reitzenmühle findet sich in der Kimmlinger Straße 59 südwestlich Kordels in Richtung Kimmlingen und ist ein Quereinhaus aus dem 18. Jahrhundert. Es ist in seiner Gesamtheit original erhalten und vermittelt das Mühlenleben zu dieser Zeit mit Flurküche und Backofen inklusive der zwei Mahlgänge. Der Mühle wurde übel zugesetzt, sie verfiel und wurde Opfer von Dieben aber sie hat seit 1997 Besitzer, die hübsches mit ihr vorhaben – doch die Mühlen mahlen langsam.

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