Burg Ramstein (Kordel)

Am Übergang des Meulenwalds ins Trierer Land ragen bei Kordel Zahnfragmente eines Riesen aus dessem grünen Mund, er scheint müde und gähnt, liegt friedlich da, wenn man es von weitem betrachtet. Was hier wie eine märchenhafte Geschichte beginnt, ist lediglich ein Teil der Phantasie, hervorgerufen durch die Mauerreste der ehemaligen kurtrierischen Burg Ramstein, die auf einem 182m hohen Buntsandsteinfelsen thront.

Die Geschichte der Burg Ramstein geht zurück ins 14. Jahrhundert, als Erzbischof Diether von Nassau die Höhenburg an der Stelle eines Gutshofs empor mauern ließ. Seitdem hat Burg Ramstein eine unruhige und wechselvolle Zeit erlebt. Nach Bauabschluss 1317 wurde sie hin und her belehnt, verpfändet, belagert, umkämpft, kurz, sie wurde nicht wirklich in Ruhe gelassen, geschweige denn gepflegt. Als dies dann im 15. Jahrhundert endlich einmal geschah, hatte sie auch nicht lang davon, denn mit den Franzosen kam das Feuer und Zerstörung (1689).

Burg Ramstein wurde auf einem ovalen Areal errichtet, mit Kernburg und Wirtschaftsbauten. Von Ringmauer und Ecktürmen sind nur noch Teile erhalten. Die Kernburg aus der Zeit der Gotik besteht aus einem Wohnturm. Dessen Mauern bringen es auf eine Dicke von 1,35m und waren wohl 25m hoch. Vier Geschosse verbargen sich im Inneren, von denen bis zu drei zu sehen sind. An den Innenwänden der Wohnturmmauern sind Löcher für Balken oder Sitznischen und Kamine zu erkennen. Dort wo zwar noch Etage war aber kein Kamin, wohnte vermutlich die Dienerschaft. Das Eingangsportal ist gut erhalten.

Erhalten ist ebenfalls der Brunnenstein, der an die Versorgung der Burg mit Wasser aus einer Waldquelle erinnert. Der interessierte Besucher findet ihn im Flur des gastronomischen Betriebes gleich an der Burg. Hier gibt es Speis und Trank und Infos zum Wahrzeichen Kordels.

Nach all den unruhigen Jahrhunderten wird sich seit 1928 um den Bestand der Burg Ramstein gesorgt. Burg Ramstein wurde restauriert und es wird seitdem erhalten was noch da ist – und die Burg kann in Ruhe genossen werden, vom Restaurant aus … da schweift dann die Phantasie, vielleicht zurück zum Riesen, der nun seine Altersruhe genießen kann, hin und wieder geputzt und besucht wird und für dessen Geschichte und Geschichten sich Wanderer z.B. auf dem Eifelsteig interessieren.