Kloster Gnadenthal (Hessen)

Zur Gemarkung Dauborn zählt auch die Siedlung Gnadenthal, die rund zwei Kilometer aufwärts direkt am Wörsbach liegt. Das Hofgut geht auf ein früheres Zisterzienserinnen-Kloster zurück, das 1235 gegründet wurde. Sehr verbunden war Kloster Gnadenthal mit den Abteien in Marienstatt (Westerwald) und Eberbach (Rheingau).

Nach der Reformation, die 1513 eingeführt wurde, verweigerten sich die Gnadenthaler Nonnen noch bis 1564, bis sie als reformiert galten. Dann kam der Dreißigjährige Krieg, das Umland wurde entvölkert und dem Kloster war die wirtschaftliche Grundlage entzogen, so dass die Zisterzienser 1634 Kloster Gnadenthal aufgaben.

Das Anwesen wurde in der Folge als hoheitliches Hofgut an verschiedene Pächter vergeben, bis nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Teile des ehemaligen Klosters 1969 an die Jesus-Bruderschaft, eine ökumenische Kommunität, kamen. Diese Gemeinschaft baute auch seit 1984 die alte Klosteranlage mit Kirche, Klosterhof, Äbtissinnenhaus und Nehemia-Hof auf und errichtete verschiedene Betriebe.

Neben der Buchhandlung und einem Verlag ist vor allem die Kunstgalerie mit zahlreichen Werken des Malers, Bildhauers und Glaskünstler Andreas Felger erwähnenswert. Felger lebt seit 1991 im Kloster Gnadenthal als Mitglieder Jesu-Bruderschaft.

Der Klosterhof zeugt vom ehemaligen Klosterbezirk, einem geschützten und schützenden Bereich. Neben der Mauer wird er eingerahmt von Äbtissinnenhaus, Klosterkirche und einem Wohnhaus. Das Äbtissinnenhaus ist mit seinem prächtigen Fachwerkgiebel das auffälligste Gebäude des Dorfes, das Wahrzeichen von Gnadenthal. Heute wird das Erdgeschoss mit seinen beiden Sälen für Seminare genutzt.

Die Klosterkirche ist das älteste Gebäude in Gnadenthal. Drei ihrer Mauern stammen noch aus dem 13. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg zerfallen, wurde sie Anfang des 18. Jahrhunderts wieder aufgebaut, kurz darauf aber zweckentfremdet, als Stall genutzt und seit Anfang der 90er Jahre wieder für Gebet und Gottesdienst genutzt.