Kirberg

Kirberg ist der Verwaltungssitz der Gemeinde Hünfelden und liegt rund zehn Kilometer südlich von Limburg direkt an der Hühnerstraße B 417. Hier beginnt die flache, nur 200m hohe Beckenlandschaft langsam wie am Galgenberg (322m) anzusteigen. Wie es der Name nahe legt, ist Kirberg eine alte Kirchensiedlung, die bereits im 8. Jahrhundert bestanden haben soll.

Richtig los geht es aber erst 1355, als sich die Grafen von Diez und von Nassau um den kleinen Kirchort stritten und im Ergebnis gemeinsam an die Stelle der alten Kirche die Burg Kirberg bauten. Seit Ende des 17. Jahrhunderts ist Burg Kirberg nicht mehr genutzt und verfällt. Heute besteht die Burgruine noch aus einem Turm und einigen Mauerresten. Im Zuge des Burgbaus erhielt Kirberg aber auch eine auffallend klare Struktur des alten Ortskerns, der aus drei parallelen Straßen besteht. Neben der Burg wurde damals auch eine Ringmauer mit zwei Tortürmen errichtet.

Die ansässigen Burgmannen- und Adelsfamilien errichteten in der Stadt prächtige Anwesen. Das Heckenhaus von 1610 – früheres Rathaus und heutiges Heimatmuseum von Kirberg – mit seiner symmetrischen Fachwerkfront ist eines dieser Adelssitze. Fachwerk findet sich auch am gut erhaltenen alten Spritzenhaus,

Ähnlich imposant ist das Steinsche Haus, das 1481 von den Herren von Reiffenberg aus der Feldbergregion erbaut wurde. 1556 erbte das Adelsgeschlecht vom Stein aus Nassau das Anwesen, das später der große preußische Sozialreformer Karl Freiherr vom Stein 1784 zum Witwensitz für seine Mutter ausbauen ließ. Dabei wurde die Anlage erheblich verändert und erhielt ihre heutige Form und ihren heutigen Namen.

Wie die Burg Kirberg wurde auch die evangelische Kirche 1355 errichtet. Ihr gotischer Turm ist heute das Wahrzeichen von Kirberg. Bis zum heutigen Tag wurde die Kirche mehrmals umgestaltet. Ein besonders erwähnenswertes Kulturdenkmal ist die 1838 angeschaffte Dreymann-Orgel.

Wesentlich jünger ist die 1949 errichtete katholische Kirche am Ortsausgang Richtung Wiesbaden. Im Innern ist die Skulptur der schmerhaften Muttergottes, der Namenspatronin der Kirche zu sehen, eine aus einem Baumstamm geschnitzte Figur aus Ruanda.

Regionaler Bezug:

Hessen Kreis Limburg-Weilburg Taunus Untertaunus Hühnerstraße Hünfelden