Johannisberger Weinwanderweg


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 33 Min.
Höhenmeter ca. ↑150m  ↓150m
Kein Wegzeichen hinterlegt

1976, lange bevor das Internet als Word Wide Web sein Siegeszug als modernes Massenmedium antrat, waren im Rheingau schon die Buchstaben WWW ein Markenzeichen. Sie stehen für den Wein-Wander-Weg, der im Geisenheimer Stadtteil Johannisberg beginnt und auf gut 6km durch die Weinbergslagen führt.

Startpunkt ist die historische Kelter gegenüber dem Bürgerhaus in Johannisberg. Hier informiert eine Übersichtstafel über den nur spärlich ausgeschilderten Weg, weshalb es sich empfiehlt, den Johannisberger Weinwanderweg mit GPS-Unterstützung zu wandern. Von der Kanzler-Metternich-Straße geht der Weg beim Friedhof nach links hinein in die Weinberge.

In einem Linksbogen führt der Johannisberger Weinwanderweg hinab und gibt bald den Blick frei auf die berühmte Lage Schloss Johannisberg und das Rheintal. Oben auf dem Berg thront das Schloss Johannisberg, das wir später auf dem Weinwanderweg erreichen. Zunächst steuert der Weinwanderweg eine kleine Kapelle an, in der sich die 1964 von Anelise Degen gefertigte Tonplastik Christus in der Kelter befindet.

Weiter geht in den Ortsteil Grund. An der Einmündung auf die Landstraße nach Geisenheim steht das Denkmal der Weinleserin. Der Johannisberger Weinwanderweg folgt nun der Straße durch den Ort. Auf Höhe des Weinguts Johannishof erläutert eine Informationstafel die Ursprünge des Weinbaus im Elsterbachtal, die sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen lässt.

Der Johannisberger Weinwanderweg kreuzt hier den Mühlenweg durchs Elsterbachtal. Die Schamari-Mühle, einst die mittelalterliche Öl- und Getreidemühle des Kloster Johannisberg, ist heute ein Weingut mit Ausschank.

Jetzt trifft der Johannisberger Weinwanderweg auf das neue Kloster Johannisberg, das 1856 als Bade- und Wasserheilanstalt erbaut und dann 1920 von Benediktinerinnen erworben wurde. Sie richteten dort ein Kloster ein und erbauten 1928-29 die Kirche. Seit 2006 nutzt ein gastronomischer Betrieb die ehemalige Klosteranlage.

Der 1550 erbaute Wäschbrunnen wurde im 19. Jahrhunderts als Kurbrunnen für das Kurhaus nebenan genutzt. 1958 wurde die Brunnenkammer überbaut. Ein schöner Platz für eine kurze Rast. Am Wäschbrunnen führt der Weg nach links zum Fassboden-Brunnen im sogenannten Schweizertal. Beim Winzerhof, erbaut im 18. Jahrhundert biegt er nach links ab in die Weinlage Hölle.

Dann – an Informationstafel 8 – mündet der Weinwanderweg kurz in den Rheingauer Rieslingpfad und führt zu einem Aussichtstempel. Das nächste Ziel ist das 1824 erbaute Schloss Hansenberg, das heute als Hochbegabtenschule des Landes Hessen fungiert.

Dann geht es weiter zur Burg Schwarzenstein, das der mit dem Kometenjahrgang reich gewordene Weinhändler Mumm 1874 als Wohnhaus bauen ließ. Durch die Lage Dachsberg geht es dann Richtung Schloss Johannisberg.

Schon von weitem sichtbar ist die frühere Klosterkirche, die heute als Pfarrkirche St. Johannes der Gemeinde Johannisberg dient. Auf Schloss Johannisberg wurde im 19. Jahrhundert – durch Zufall – die Spätlese erfunden. Dem Johannisberger Spätlesereiter wurde mit einem Denkmal im Innenhof des Schlosses gedacht. An der Terrasse von Schloss Johannisberg steht die vorletzte Tafel des Johannisberger Weinwanderwegs. Sie erläutert Historisches zum Ausblick. Nicht zu übersehen: die Stele, die den 50. Breitengrad markiert, weltweit die nördliche Grenze des Weinbaus.

Entlang der Schlossallee geht es zurück zum Ausgangspunkt in Johannisberg. Hier steht die zwanzigste und letzte Informationstafel, die dem Wanderer mit einigen Worten Goethes Dank sagt: „Was ich dort gelebt, genossen, was mir dorther entsprossen, welche Freude, welche Kenntnis, wär ein allzulang Geständnis! Mög es jeden so erfreuen, die Erfahrenen, die Neuen“.

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