Burg Schwarzenstein (Geisenheim)

Gutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut WernerGutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut Werner

Burg Schwarzenstein sieht älter aus, als sie tatsächlich ist. Ihr Baudatum liegt tatsächlich im Jahr 1874, wenngleich sie von Ferne ein bisschen so wirkt, als sei sie die Ruine einer steinalten Burg. Bauherren war die Familie Mumm. Deren Namen kennt man in Deutschland, denn immerhin 15 Mio. Flaschen Mumm-Sekt gehen nach wie vor über deutsche Ladentheken.

Der aus Solingen im Bergischen Land stammende Gottlieb Mumm spekulierte 1811 überaus erfolgreich: Er sicherte sich im Frühjahr zu günstigen Konditionen die gesamte Jahrgangsernte von Schloss Johannisberg, das aufgrund schwacher Jahrgänge kurz vor der Pleite stand. Mumm zahlte 32.000 Gulden und ließ die Rheingau-Sonne arbeiten. Am Ende der Lesezeit zog der Halleysche Komet über die Welt – und es gab einen Jahrhundertwein, der als Kometenjahrgang in die Geschichte des Weinbaus einging.

Der Verkaufs des Kometenweins brachte Mumm rund 150.000 Gulden, den er in den Erwerb von Weinbergen und Gründung eigener Kellereien investierte. So auf der Erfolgsspur wollte die Familie sich auch als Hoflieferant etablieren. Man beschaffte sich einen alten Adelstitel und nannte sich ab 1873 von Schwarzenstein. Jetzt fehlte nur noch ein Stammsitz: Und so baute man 1874 oberhalb von Schloss Johannisberg die Burg Schwarzenstein.

Heute ist Burg Schwarzenstein eine der ersten gastronomischen Adressen im Rheingau. Das Gourmetrestaurant unter Leitung von Dirk Schröer ist mit einem Michelin-Stern gekürt und der Hotelbetrieb in die feine Vereinigung Relais & Châteaux aufgenommen.