Groß-Karben


Groß-Karben ist Verwaltungssitz der Stadt Karben in der Wetterau. Karben entstand in den 1970er Jahren als Zusammenschluss aus den vormals selbstständigen Orten Groß-Karben, Klein-Karben, Burg-Gräfenrode, Kloppenheim, Okarben, Petterweil und Rendel.

Charakteristisch für einen dörflichen Adelssitz ist das im Zentrum von Groß-Karben gelegene Leonhardische Schloss mit dem westlich benachbarten Park. Das neuzeitliche Schloss, seit 1790 im Besitz der Freiherren von Leonhardi, fällt durch seine markanten Erker ins Auge. In der Hofmauer ist ein Wappenstein mit den Jahreszahlen 1614 und 1618. Das Herrenhaus liegt an der Ecke Burg-Gräfenroder-Straße/Parkstraße. Die diagonal gesetzten Eckerker stammen aus der Zeit der Neugotik, ebenso die zinnenförmigen Mauerabschlüsse.

Ein Ziehbrunnen aus der Renaissancezeit steht im Schlosshof vor einem neugotischen Kutscherhaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts im Kapellenstil gebaut wurde. Ein Pächterhaus steht mit dem First parallel zum Herrenhaus und soll im Kern spätmittelalterliche Ursprünge haben. Weitere Wirtschaftsgebäude sind in nördlicher Richtung entlang der Umfassungsmauer zu finden, darunter auch eine alte Schmiede aus dem frühen 19. Jahrhundert. Ein Garten grünt in der Südwestecke des Schlossareals. Auf Ende des 18. Jahrhunderts ist das in der Rähmbauweise entstandene zweigeschossige Gärtnerhaus aus Fachwerk datiert. Man rätselt ob es zuvor woanders gestanden und dann hierher verbracht worden ist.

Nahe des Leonhardischen Schlosses befindet sich die evangelische Pfarrkirche mit Kirchhof und Gedenkstätten. Die Kirche ist im, damals hier wohl üblichen, Understatement gebaut. Der im Kern spätgotische Saalbau wurde Anfang des 18. Jahrhunderts umgestaltet und erhielt eine winkelförmige Empore. Grabmäler aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind entlang der Umfassungsmauer aufgestellt. Auf dem dreiseitigen Platz vor der Südseite des Kirchhofes soll einst das Rathaus Groß-Karbens gestanden haben.

Das zweite Schloss in Groß-Karben ist das Degenfeldsche Schloss mit dem Heimatmuseum, das in einem Teil des Gebäudes Lager und Ausstellungsräume hat. Im Nordflügel des Schlosses sollen in der Neuzeit Sozialwohnungen gewesen sein. Das Schloss hat einen Renovierungsrückstand (2012). Gebaut hat es Anna Maria von Hutten Stolzenberg zu Steinbach 1728. Dabei hat sie den Landsitz ihres Schwiegervaters von 1673-74 mit involviert. Aufstockungen der Etagen unter dem Mansarddach erhielt das Schloss um 1800. 1810 kaufte es ein österreichischer General – von Degenfeld, daher der Name.


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