Ettelsberg

Zwar ist er mit seinen 838m ü. NN nicht die höchste Erhebung des Uplands, aber doch eine der wichtigsten: der Ettelsberg. Rund 2km südwestlich von Willingen erhebt sich der Ettelsberg, am Rand des Naturparks Diemelsee. Wer sich beim Wandern so richtig fordern möchte, der wählt den örtlichen Rundwanderweg mit der Markierung W4, der bei Willingen startet, und nimmt die Richtung im Uhrzeigersinn. Dabei nämlich geht es steil das Ruthenartal hinauf, das sich am Ettelsberg vorbei bis hinauf zur Großen Grube (798m) gräbt. Nach einer Pause bei der dortigen Sitzgruppe geht es dann weiter hinauf auf den Gipfel des Ettelsbergs.

Wer eine so anstrengende Wanderung wie die auf den Ettelsberg lieber vermeidet, der hat Glück: Er kann sich ganz bequem in der modernen Kabinenseilbahn hinauffahren lassen. 1,4km lang ist die Ettelsberg Seilbahn, die in ihren 8er-Kabinen pro Stunde bis zu 2.400 Menschen auf den Berg oder auch wieder hinunter befördern kann.

Oben angekommen wartet eine wunderschöne Aussicht auf den Besucher. Der 2002 erbaute Willinger Hochheideturm auf dem Gipfel ist stolze 59m hoch. Die leider vollständig verglaste Aussichtsplattform befindet sich auf einer Höhe von 875m ü. NN. Damit ist er der höchste Aussichtspunkt Nordwest-Deutschlands und zugleich der höchste zugängliche Punkt des Rothaargebirges. An klaren Tagen reicht der Blick fantastisch weit. Waldecker Land und Hochsauerland lassen sich rundum überschauen. Und bei guter Sicht reicht der Blick bis in den Taunus, zum Vogelsberg, ins Münsterland und die Rhön.

Wem die 241 Stufen hinauf auf den Hochheideturm oder gar der Fahrstuhl zu langweilig erscheinen, kann an der Nordwestseite am Turm hochklettern. Unter dem Stichwort Tower Climbing kann man samstags vom Dach des Foyers in zwei Routen bis auf eine Höhe von 44m klettern. Damit zählt die Outdoor-Kletterwand am Hochheideturm zu den höchsten künstlichen Kletterwänden in Europa.

Der See direkt neben dem Turm ist übrigens ein Wasserspeicher. Während man im Sommer gemütlich um den Speichersee am Ettelsberg herum spazieren kann, dient er in den Wintermonaten als Reservoir für die Schneekanonen. Immerhin ist der Nordhang des Ettelsbergs - und nicht nur der - ein exzellentes Skigebiet. Über siebzig Schneekanonen kann der See mit seinen 54.000 Kubikmetern Fassungsvermögen bedienen.

Der Name Hochheideturm kommt nicht von ungefähr. Denn der Turm liegt tatsächlich inmitten einer Hochheide. Im Spätsommer während der Blütezeit ist diese Landschaft eine purpurne Pracht. Heidekraut in großen Mengen wächst hier, auch Preißel- und Heidelbeeren. Sie mögen das raue Klima in den Hochlagen über 700m ü. NN und die kargen Böden. Um Gräser und Bäume zu entfernen, die die Heidelandschaft gefährden, setzt man unter anderem Schafe als Landschaftspfleger ein.

Bevor man sich wieder an den Abstieg macht, könnte man noch den Kyrillpfad auf dem Ettelsberg besuchen. Auch im Upland hat der schwere Sturm im Januar 2007 getobt und zahllose Bäume umgerissen. 400m lang ist der Kyrillpfad, der sich durch ein Gelände bewegt, das man nach dem Orkan nicht aufgeräumt hat. Und so windet sich der Weg um hoch aufragende Wurzelteller, über umgestürzte Baumstämme und um wild verdrehte Baumstümpfe. Es ist spannend und lehrreich zu beobachten, wie sich die Natur im Laufe der Jahre das Terrain zurückerobert.

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