Dernbach (Bad Endbach)

Dernbach ist ein kleiner Ort am Südostrand der Bottenhorner Hochfläche und gehört zur Gemeinde Bad Endbach. Der Schweinskopf (520m) trennt Dernbach vom benachbarten Hülshof. Beide Dörfer sind aufgrund ihrer Geschichte für den historisch interessierten Ausflugsgast interessant.

Das Stichwort heißt: Dernbacher Fehde. Damit gemeint ist eine fast hundertjährige Auseinandersetzung zwischen dem Haus Nassau und den Landgrafen von Hessen. Es ging wie meistens um Geld und Macht – und mittendrin im Interessenkonflikt waren die mächtigen Ritter von Dernbach. Als ihre Besitzungen in Burg und Lixfeld um 1230 von den Nassauern zerstört wurden, kam es zu kriegerischen Handlungen, in dessen Folge wohl auch die mächtige Burg Dillenburg und die Burg Herborn von den Nassauern errichtet wurden.

Die Herren von Dernbach residierten damals auf Burg Alt-Dernbach im heutigen Herborner Stadtteil Seelbach. Jahrzehntelang waren die Dernbacher Ritter in Kampfhandlungen verstrickt, und 1324 zerstörten sie dann die Burg in Dillenburg, was zu einem verheerenden Gegenschlag der Nassauer führte. Sie nahmen Burg Dernbach ein und schleiften sie. Das war den Dernbacher Rittern offensichtlich genug. Sie und die ebenfalls mächtigen Ritter von Bicken schlossen mit den Nassauern einen Vertrag und zogen sich quasi aus dem südlichen Lahn-Dill-Bergland zurück.

Die Dernbacher siedelten sich neu an, und zwar – jetzt schließen wir den Bogen – in Dernbach auf der Bottenhorner Hochfläche. Dort entstand nach der Dernbacher Fehde die Burg Neu-Dernbach. Von der ehemaligen Burganlage sind leider nur kümmerliche Reste der Außenmauer und Rudimente von zwei Ecktürmen der Burgmauer erhalten. Also – nicht viel zu sehen, aber das was zu sehen ist, hat eine große Vergangenheit. Die Ritter von Dernbach sind übrigens ausgestorben. Der letzte Spross der Familie verschied 1965 in einem Altersheim in Weilburg.