Cobbenrode

In Eslohe mündet der gut 10km lange Esselbach in die Salwey. Südwärts zieht sich das kleine Tal, an dessen Oberlauf – ca. 2km nach der Quelle – Cobbenrode liegt. Links und rechts des Wiesentals erheben sich malerisch sanfte Mittelgebirgsgipfel, darunter Stertberg (516m), Herselberg (519m), Hülsenberg (482m) und Henninger Berg (481m). Einen zweiten, deutlich höheren Gipfel namens Hülsenberg (573m) gibt es übrigens nicht weit entfernt in Richtung Obermarpe.

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in Cobbenrode ist der Stertschultenhof Cobbenrode. Das Haus, errichtet in typisch sauerländischem Fachwerkstil in der Form eines niederdeutschen Hallenhauses, stammt aus dem Jahr 1769. Charakteristisch sind vor allem der kunstvoll verzierte Giebel und die stattliche Front. Die Haupt-Attraktionen gibt es allerdings im Inneren zu sehen. So haben sich hier ganz einzigartige Schablonen- und Wandmalereien erhalten, die im Sauerland in dieser Form nicht noch einmal zu finden sind. Auch die Möblierung in den alten Räumen ist wie „anno dunnemals“ erhalten und liebevoll restauriert.

Der Stertschultenhof als solches ist allerdings weit älter als das heute sichtbare Gebäude. Schon für das Jahr 1310 ist eine urkundliche Erwähnung zu finden. Zeitweilig diente er nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch als sogenannter Vorspannhof. Denn dort, wo heute die Bundesstraße B 55 durch Cobbenrode führt, verlief schon zuvor eine wichtige Handelsverbindung. Um die Steigung hinauf nach Elspe zu überwinden, brauchten Fuhrwerke häufig zusätzliche Unterstützung, eben jene Vorspannpferde, von denen auf dem Stertschultenhof mehrere gehalten wurden.

Bis ins Jahr 1995 wurde der Stertschultenhof für die Landwirtschaft genutzt. Heute ist darin das plattdeutsche Mundartarchiv Sauerland untergebracht, es gibt eine Töpferstube zu besichtigen und eine Bilderausstellung. Auch der malerisch angelegte Bauerngarten ist einen zweiten Blick wert. Der Naturpark Homert hat im Stertschultenhof seit 2002 eine Dokumentation über den Naturpark im Herzen des Sauerlands eingerichtet, die sich beteiligte Gemeinden in Form einer Wanderausstellung auch ausleihen können.

Nicht weit entfernt findet sich die historische Wassermühle Cobbenrode. Erstmals erwähnt wird eine Mühle an dieser Stelle im Jahr 1648. Angetrieben wurde und wird das Mahlwerk per Wasserkraft. Während allerdings ursprünglich der Esselbach direkt für den Antrieb sorgte, musste man bei der Restaurierung eigens einen Mühlenteich anlegen. Der Straßenbau hatte den Verlauf des Esselbachs verändert, so dass diese Maßnahme nötig wurde.

Die im Original erhaltene Mühlentechnik wurde Ende des 20. Jahrhunderts gründlich restauriert und ist heute wieder funktionstüchtig. Zur Mühle gehört auch ein altes Backhaus mit einem Steinofen, der im Jahr 1903 entstand. Bis heute wird der Ofen mit Buchenholz angefeuert, um ein leckeres Steinofenbrot zu backen. Eine kleine Ausstellung mit dem typischen Handwerkszeug eines Müllermeisters ergänzt das Angebot. Die Wassermühle Cobbenrode wird heute als Außenstelle des Maschinen- und Heimatmuseums Eslohe geführt.

Neben diesen sehenswerten Profanbauten ist die St. Nikolaus Kirche in Cobbenrode einen Besuch wert. Der Bau selbst ist wenig spektakulär, er stammt aus dem Jahr 1931. Interessant sind aber die Plastiken, die aus Vorgängerbauten stammen. Zu nennen sind da vor allem ein Kruzifix aus dem frühen 16. Jahrhundert, heute zu finden in einem schlichten Seitenaltar, die Figur der heiligen Elisabeth, zu erkennen an dem Marburger Gotteshaus, das ihr als Attribut mitgegeben wurde, und des Heiligen Antonius Abt. Aus etwa der gleichen Zeit stammen auch die Madonna mit Kind, ein Heiliger Franziskus und die Pietà. Ein gutes Stück älter ist die Darstellung des Kirchenpatrons, des Heiligen Nikolaus, die um 1370 entstand.

Von Cobbenrode aus lohnt sich auch ein kurzer Abstecher ins nahe Oberlandenbeck, um die Filialkirche zu den Heiligen Drei Königen zu besuchen. Einige behaupten, sie zähle zu den schönsten Kapellen des Esloher Gebiets. Nicht die Kunstwerke im Inneren machen sie dazu, sondern sie selbst mit ihrer idyllischen Lage inmitten sattgrüner Wiesen. Das heutige Gebäude entstand im 18. Jahrhundert in barockem Stil, ersetzte dabei aber einen mittelalterlichen Vorgängerbau. Der Altar, etwa um 1750 entstanden, stammt ursprünglich aus der Pfarrkirche in Wormbach.