Butterpfad Rengsdorf (Rhein-Westerwald)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 52 Min.
Höhenmeter ca. ↑263m  ↓318m
Der Butterpfad im Rengsdorfer Land

Wenn ein Wanderweg Butterpfad heißt, weist das auf einen gewissen logistischen Bezug hin und tatsächlich: Wenn die Städter in Neuwied am Rhein frische Milch und Butter wollten, mussten die Landwirte aus dem Rengsdorfer Land ihre Waren irgendwie ins Tal kriegen. Ein Teil dieses historischen Pfads, der über Jahrhunderte genutzt wurde, hat die Gemeinde Rengsdorf 2011 für Wanderer erschlossen.

Der Butterpfad ist eine Streckenwanderung, die man entweder in Rengsdorf oder in Hümmerich starten kann. Man kommt problemlos ohne Karte oder GPS zurecht, da der Butterpfad durchgängig gut mit rot-weißen Markierungen versehen ist. Echte Wanderexperten werden jetzt aufhorchen, denn über die Endpunkte Hümmerich und Rengsdorf ist der Butterpfad auch eine gelungene Verbindung der Fernwanderwege Rheinsteig (in Rengsdorf) und Westerwaldsteig (bei Hümmerich).

Startet man in Hümmerich, dann parkt man sein Auto am besten am Wanderparkplatz am Ortseingang. Durch die Bismarckstraße geht es durch Hümmerich hindurch und dann hinein in die Wälder des Rhein-Westerwalds. Wir passieren die Einmündung des Gierender Bachs in den Fockenbach bei der Hümmericher Mühle.

Der Butterpfad folgt weiter dem Fockenbach und passiert den Alexander-Stollen und die Grube Louisenglück, bevor man Straßenhaus im Jahrsbachtal erreicht. Hinter Straßenhaus passiert der Butterpfad den Rengsdorfer Mammutbaum-Wald. Es handelt sich dabei auf einer Fläche von 2ha um den größten Sequoia-Bestand im Naturpark Rhein-Westerwald.

Weiter geht es am Waldrand entlang in Richtung Bonefeld bis zur Weggabelung Alte Burg – einem mittelalterlichen Geländedenkmal – und zu den Keltengräbern, die Forscher auf das 5. Jahrhundert vor Christus datieren.

Kurz danach kommt man über die Friedrich-Ebert-Straße nach Rengsdorf. Dabei führt der Butterpfad am Waldhotel Obere Mühle vorbei. Hier hat der Besitzer auf drei Hektar den Rhododendronpark Rengsdorf angelegt, eine für den Westerwald einmalige Sammlung von Rhododendronsträuchern. Die Blütenpracht der über 400 Arten aus aller Welt eröffnet sich am besten bei einem Besuch im Frühling und Frühsommer.

Am Ortseingang von Rengsdorf endet der Butterpfad an der katholischen St. Kastor Kirche. Nach Einführung der Reformation war Rengsdorf zwar zunächst über Jahrhunderte evangelisch, aber mit dem aufkommenden Fremdenverkehr wurde bald auch ein katholischer Sonntagsgottesdienst gefordert. 1924 wurde dann der heutige Bau errichtet.