Brohl (Brohl-Lützing)

Die Ortsgemeinde Brohl-Lützing liegt im Südosten des Breisiger Ländchens an der Einmündung des Brohlbachs in den Rhein. Der Brohlbach entspringt bei Spessart und misst knapp 20km. Auf den Anhöhen oberhalb von Brohl finden sich im Boden Flucht- und Schutzwälle, die auf eine eisenzeitliche, keltische Besiedelung hinweisen. Am nördlichen Ende von Brohl liegt der Hafen. Dort hat zum Andenken an die Fischereitradition der Aalschokker Katharina in den Wiesen des Brohler Rheinufers festgemacht, gleich in Nachbarschaft zur Bundesstraße 9.

Wer wandernd auf dem Rheinburgenweg bei Brohl unterwegs ist, der quert ein wunderschönes Anwesen, das über Brohl hinüber blickt: Schloss Brohleck, auch bekannt als Schloss Augustaburg. Schloss Brohleck hat seine Wurzeln im Ende des 13. Jahrhunderts und wurde meistens als Weingut genutzt. Der Ausbau zum Schloss erfolgte im 16. Jahrhundert. Die Nebengebäude wurden Ende des 19. Jahrhunderts aus Tuffquadern und Fachwerk umgebaut. Schloss Brohleck ist in Privatbesitz. Einzelne Räumlichkeiten können für Feierlichkeiten angemietet werden.

1888-91 wurde ein weiteres Wahrzeichen von Brohl aus Basaltquader im neugotischen Stil erbaut, die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, die heute den markanten Blickfang in der Ortsgemeinde am Rhein bildet.

Fest vor Anker ist in Brohl auch die Mineralwasserindustrie. Der Brohler Mineral- und Heilbrunnen, in der Koblenzer Straße am Rhein gelegen, bietet Radfahrern und Wanderern neben Brunnenbesichtigungen auch an, ihre Trinkflaschen hier aufzufüllen. Aus sechs Quellen wird seit 1909 gezapft und von Brohl aus gehen täglich rund eine Million Flaschen in die Welt. Vor Ort ist auch Tönissteiner Mineralbrunnen mit dem Stammsitz vertreten, obwohl der Abfüllbetrieb zu Andernach zählt.

Weit über die heimischen Grenzen bekannt und ein beliebtes Freizeitvergnügen, ist eine Fahrt mit dem Vulkan-Express auf der ein Meter breiten Schmalspurstrecke der Brohltalbahn. Seit 1901 verbindet der Vulkan-Express den Rhein mit der Eifel und bis 1974 führte die Strecke unter Überwindung von 400m Höhenunterschied bis Kempenich. Heute misst sie noch knapp 18km und endet in Engeln. In der Bahnhofstraße in Brohl ist eine Tenderlokomotive 11sm als letzte erhaltene Dampflok der Brohltalbahn zu bestaunen. Sie wurde 1906 gebaut. Gut 70.000 Fahrgäste jährlich nutzen die historische Fortbewegung mit dem Vulkan-Express.