Spessart (Brohltal)

Die Ortsgemeinde Spessart im Brohltal liegt malerisch eingebettet zwischen Wiesen und Anhöhen. Im Südosten, fast schon in der Gemarkung von Hohenleimbach, entspringt die Nette, die auf einer Strecke von 59km dem Rhein bei Weißenthurm zufließt. Gen Nordosten bestimmt die überragende Burg Olbrück das Panorama. Hier liegt der Spessarter Ortsteil Hannebach, wo der Brohlbach entspringt. Der Brohlbach ist ein 20km langer Fluss, der bei Brohl-Lützing in den Rhein mündet.

Bei Hannebach liegt auch die Basaltkuppe Hannebacher Ley mit einem offen gelassenen Steinbruch, den sich die Natur nach und nach wieder erobert. Bereits im 17. Jahrhundert wurde hier ein besonders feinkörniger Mühlstein gebrochen. Wer die Hannebacher Ley mit offenen Augen erkundet, stößt auf Relikte der rostenden Industriekultur. Zudem finden geologisch Interessierte rund zwanzig unterschiedliche Mineralien auf der Hannebacher Ley, darunter das Hannebachit, welches erst 1985 gefunden und beschrieben wurde. Es ist sehr selten und bildet klare bis weiße Kristalle.

In Spessart selbst lohnt ein Blick auf die Kapelle zum Heiligen Kreuz, ein Saalbau, zu dem sich erstmals 1792 eine schriftliche Erwähnung findet. Das Dorfgemeinschaftshaus in Spessart befindet sich in der Alten Schule, einem eingeschossigen Tuffquaderbau, der 1893-94 erbaut wurde.

Folgt man von Hannebach aus der Brohl abwärts, kommt man in den Spessarter Ortsteil Wollscheid. Die dortige aus Basaltquadern gemauerte Kapelle Maria Hilf aus dem Jahr 1881 ist gern frequentierter Wallfahrtsort zu Maria, der Königin des Friedens. Der barocke Hochaltar in der kleinen Kapelle stammt aus dem 17. Jahrhundert. Vor der Kapelle findet sich ein Basaltkreuz aus dem Jahr 1727, vermutlich ein Grabkreuz. Die Darstellung des Herzen Jesu, durchbohrt von drei Nägeln und umgeben von einer Dornenkrone, gilt als typisch für die Eifel.