Besseringen

Besseringen liegt am rechten Saarufer und wird auch gerne das Tor zur romantischen Saarschleife genannt. Auf der anderen Saarseite ist der Saaraltarm und Schwemlingen. Besseringen ist ein Stadtteil von Merzig, das sich flussaufwärts befindet und dem Strom folgend liegt Mettlach als Nachbar.

Eine kleine Gemeinsamkeit, weil geteilt, ist die Geschichte um St. Gangolf. Die Kirche liegt nach der Verwaltungsreform von 1974 in Mettlacher Gebiet, gehört aber nach wie vor zur Pfarrei Besseringen. Die St. Gangolf Kirche liegt in den Saarwiesen zwischen Besseringen und Mettlach. Wer zur Burg Montclair in der Saarschleife will, kommt an St. Gangolf vorbei. Was man heute sieht, ist eine barocke Saalkirche aus dem Jahr 1776 an der Stelle eines Vorgängerbaus. Im Inneren stehen ein Hochaltar aus der Zeit des Barock und eine Kreuzwegestation aus Sandsteinfiguren.

Auch auf dem einstigen Klosterareal steht die Pagodenburg. So wird der Pavillon genannt, der 1745 für die Mettlacher Abtei als Schule gebaut wurde. Sehr hübsch schließen sich an einen oktogonalem Mittelraum vier weitere Räume an, in jeder Himmelsrichtung einer. Das Haus ist privat bewohnt. Auf dem Gelände ist auch das Hofgut St. Gangolf. Das Land ist bereits seit mehreren Generationen in Besitz der Familie von Boch und deren Nachkommen betreiben das Hofgut und ein Refugium wo man sich zum Ausruhen, Feiern und Tagen einmieten kann. Die Pagodenburg gehört ebenfalls in den Familienbesitz.

Die Abtei Mettlach hatte in Besseringen in der Abteistraße auch ein Zehnthaus. Das steht heute noch und zwar unter Denkmalschutz. Gebaut wurde es Anfang des 18. Jahrhunderts. Es ist recht stattlich, hat zwei Geschosse unter einem hohen Mansarddach und beherbergt Gastronomie.

In Besseringen steht die Pfarrkirche Herz Jesu unter Denkmalschutz. Sie entstand 1906-09. Es handelt sich um eine neogotische dreischiffige Hallenkirche. Ihr Westturm fällt schon von weitem auf.

Nahe der Kirche auf dem alten Friedhof wurde unter dem Dach der „Gärten ohne Grenzen“ ein Bürgerpark mit geraden Wegen und Strukturen angelegt. Er lädt zum Verweilen und Entspannen ein. An die Toten des Zweiten Weltkriegs wird ebenso gedacht.

Die kriegerische Vergangenheit ist in Besseringen als sogenanntes B-Werk konserviert, hinter einem Hügel am Rand des Gewerbegebiets Siebend. Es ist ein Teil des Westwalls bzw. des Orscholzriegels genannten Abschnitts des Westwalls. Der Westwall umfasste 630km Panzersperren, Bunker, Höckerlinien, Stollen und Gräben. Das B-Werk Besseringen ist das einzig komplett erhaltene seiner Art. 32 B-Werke gab es, doch kein anderes ist heute zu besichtigen. Wer durch die schmale Luke krabbelt und die Falltür überwindet gelangt in 44 Räume auf drei Ebenen. B-Werk ist nicht etwa die Abkürzung für Boll-Werk, sondern die Bezeichnung für die Ausbaustärke: Mauern von 1,5m.