Bergstein (Hürtgenwald)

Bergstein liegt oberhalb der Einmündung der Kall in die Rur, die hier eine schöne Schleife schlägt. Oberhalb von Kalltal und Rurtal erhebt sich der Burgberg (401m). Früher stand hier die Burg Berenstein, deren Steine beim Bau der nahegelegenen Burg Nideggen verwendet wurden. Von der Burg Berenstein sind nur noch wenige Überreste geblieben.

Heute steht auf dem Bergsteiner Burgberg der Krawutschketurm, der dem Bekunden nach 1911 erstmalig auf dem Areal der Burg errichtet wurde. Was man heute erklimmen kann, geht auf Bautätigkeiten von 1972 zurück. Mit seinem Unterbau misst der Krawutschketurm, benannt nach dem Eifelwanderer Franz Krawutschke, 13m und er bietet drei Aussichtsplattformen. Um die letzte zu erreichen, stapft man 76 Stufen hinauf. Von oben genießen sich weite Ausblicke über die Rur-Eifel. Man sieht den Stausee Obermaubach, erblickt Düren nördlich, kann die Burg Nideggen südöstlich sehen, südwestlich Schmidt, westlich liegt Bergstein und Vossenack und Brandenberg sind nordwestlich. Bei guter Wetterlage erscheint der Kölner Dom im Blickfeld oder die Hohe Acht (747m).

In Bergstein steht die Kirche Heilige Maurische Märtyrer. Sie ist eine einschiffige gotisch-barocke Saalkirche mit eingezogenem Westturm. Der Glockenturm ist der älteste Teil der Kirche und stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Das Langhaus wurde 1721 errichtet und ein Ausbau erhielt die Kirche 1807.

Das fabelhaft wirkende Denkmal in Bergstein nennt sich Sürthgens Mossel und spielt auf die Historie und eine Sage an. Mossel kann mit Hund übersetzt werden und so zeigt sich das Menschenwesen auch in einem Hundefell. Während der Auseinandersetzung zwischen Karl V. und Wilhelm V. von Jülich 1542 lagen die Truppen Karls in Bergstein und waren beauftragt, die Burg Nideggen einzunehmen. Der Truppenanführer wollte die Nidegger überlisten und verkleidete sich mit einem Hundefell. Wenn er nicht zurückkomme binnen einer Frist, sollten seine Getreuen davon ausgehen, dass der Plan gescheitert sei. Der „Hund“ wurde wohl auf seinem Weg erschossen. Nun stöhnt und ächzt er und treibt sein Unwesen durch das Sürthgen, das einen Fußweg von der Kirche nach Zerkall meint.

Zwischen Bergstein und Brandenberg liegt ein Segelfluggelände. Brandenberg wurde bei der Schlacht im Hürtgenwald nahezu gänzlich zerstört. Nahe der Einmündung des Tiefenbachs in den Kallbach zwischen Brandenberg und Vossenack liegt die Lukas-Mühle, von der heute nur noch wenig zu sehen ist.

Östlich von Bergstein ist das Örtchen Zerkall zu finden. Es liegt direkt an der Mündung der Kall in die Rur. Die Rurbrücke in Zerkall markiert eine Grenze des Nationalparks Eifel. Zerkall ist einigen Menschen durch seine Papierfabrik bekannt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird hier Papier hergestellt, zum Beispiel das Büttenpapier Zerkall-Bütten, das seit 1920 weltweit seine Abnehmer findet.

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