Belmicke

Belmicke ist einer der höchstgelegenen Orte im Oberaggertal. Der Ortsteil von Bergneustadt liegt über 400m ü. NN auf der Wasserscheide zwischen Lenne und Agger. Von den Anhöhen rund um Belmicke aus hat man bei entsprechender Witterung eine gute Aussicht, die bis ins Siebengebirge und in die Eifel reicht – und natürlich tief hinein in die umliegenden Täler. Nach Osten fällt der Höhenzug sanft ins Dräulzer Land ab, das bereits zum Sauerland zählt.

Größte Sehenswürdigkeit von Belmicke ist das Schwedenkreuz am Südeingang des Friedhofes. Das Kreuz aus dem Jahr 1635 wurde aus einem Sandstein gemeißelt und erinnert an den Kämmerer Peter Butz aus Drolshagen, der im Laufe des Dreißigjährigen Krieges von schwedischen Truppen erschossen wurde. Er war auf dem Weg zu Verhandlungen mit den Schweden, um Plünderungen des Ortes zu vermeiden, hörte angeblich den dreimaligen Aufruf des Vorpostens nicht und wurde daher getötet. Das 65cm hohe Schwedenkreuz steht auf einem 50cm hohen Bruchstein-Sockel, ist auf der Rückseite mit barocker Steinmetzarbeit verziert und wurde mit einem Eisengitter umzäunt.

Nahe beim Schwedenkreuz von Belmicke entspringt der kleine Bach Belmicke, der dem Ort seinen Namen gab. Die Belmicke fließt mit dem Attenbach, auch Attemicke genannt, dem Wörder Bach und der Kormicke bei Feldmannshof zum Gipperbach zusammen. Der Gipperbach gehört zu dem Gewässersystem, das den östlich gelegenen Biggesee bei Attendorn speist.

Belmicke wurde vermutlich zwischen 400 und 700 n.Chr. von sächsischen Stämmen besiedelt; die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1533. Eine lange Tradition haben in Belmicke Prozessionen; sie fanden bereits im 16. Jahrhundert statt. Ausgangspunkt für die vielen Belmicker Prozessionen ist heute die katholische Pfarrkirche St. Anna.

Belmicke ist das Wintersportgebiet von Bergneustadt. Mit drei Loipen und der kleinen Rodelbahn Belmicke kann man zwar nicht mit der Konkurrenz im Sauerland mithalten. Dafür ist der Höhenort im Oberaggertal aber auch nicht so überlaufen und bietet zudem die Möglichkeit, auf zahlreichen markierten Wegen zu einer Winterwanderung aufzubrechen.