Bad Soden am Taunus

Bad Soden liegt nördlich von Frankfurt im Übergang vom Vordertaunus in die Hohe Mark. Zahlreich und schon seit Römerzeit dokumentiert sind die Quellen in Bad Soden, darunter viele Warm- und Salzquellen. Rund um die verschiedenen Quellen wurden die Kurparks Bad Soden, der Quellenpark und der Wilhelmspark angelegt, die Bad Soden zu einem schönen Ziel für einen Tagesausflug und natürlich zu einem bevorzugten Wohnquartier im Rhein-Main-Gebiet machen.

Alles da, um sich wohl zu fühlen, dachten sich auch die, die das Geld hatten, um sich ein wenig Luxus zu gönnen. Bad Soden hat eine hohe Villendichte.Villen, die an der Schwelle vom 19. ins 20. Jahrhundert erbaut wurden wie die Villa Sanssouci in der Alleenstraße und die Villen mit Namen wie Westfalia, Aurora, Nassau oder die ehemalige Kurpension Nassovia, wo 1844 Felix Mendelssohn Bartholdy zu Gast war, tragen den Charme des Jugendstils und der Gründerzeit noch heute auf den Fassaden.

Das Hundertwasserhaus wie aus einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht steht direkt am Quellenpark und bezieht das erste Bad Sodener Kurhaus, Haus Bockenheimer aus dem Jahr 1722, mit ein. Mit dem Bau des Hundertwasserhauses, das zu Wohnzwecken dient, wurde 1990 begonnen und da es auf dem Quellgebiet der Solquelle steht, ist es mit 251 Betonpfählen auf Fels verankert. Nahe des Haus Bockenheimers ist der Sauerbrunnen.

Der Quellenpark liegt in der Altstadt von Bad Soden und wurde 1872 vollendet. Durch das Gelände zieht sich der Sulzbach und es befindet sich hier eine Trinkhalle. Im Quellenpark steht mit dem Sodenia-Pavillon das Wahrzeichen der Stadt. Der Solbrunnen wurde 1567 zur Salzgewinnung freigegeben und ab 1854 wurde die Quelle als Kur- und Trinkbrunnen genossen. Der Pavillon entstand 1886. Am Quellenpark erfreuen sich auch Jazz-Freunde an einer Konzertreihe unter anderem mit Frühschoppen.

Der Champagnerbrunnen sprudelt im benachbarten Wilhelmspark, der 1911 von den Gebrüdern Siesmeyer angelegt wurde. Zeitweilig wurde er dem Quellenpark zugeordnet. Seit einer Renovierung auch der Quellenanlagen des Champagner-, Glocken- und Wilhelmbrunnens ist er wieder eigenständig. Natürlich fließt da kein Champagner. Den Namen hat der Brunnen deswegen, weil die Quelle durch ihren Kohlensäuregehalt sprudelt wie das perlende Getränk.

Nahe des Wilhelmsparks, Richtung Feld und Flur und Liederbach, wurde vor einiger Zeit der ökologische Lehrpark Rohrwiese eingerichtet. Die Idee zum Lehrparkrohrwiese entstammt dem Kinderparlament in Bad Soden.

Rund um den Quellenpark liegen ebenfalls hübsche Wohnstätten, wie beispielsweise das Haus Reiss, das im spätklassizistischen Stil erbaut wurde. Hier wohnte Herzogin Pauline von Nassau während ihrer Kur im April 1841.

Etwas weiter in der Straße Zum Quellenpark befindet sich die evangelische Pfarrkirche Bad Soden, die 1716-17 erbaut und mehrfache Erweiterungen erhielt. Im nebenstehenden Pfarrhaus lebte von 1860 bis 1861 der Komponist Richard Wagner, bekannt durch „Der Ring des Nibelungen“ und „Tristan und Isolde“.

Am Ortsausgang in Richtung Niederhofheim steht der ehemalige Wasserturm, der 1911 zur Bewässerung einer privaten Nelkenzucht gebaut wurde. Genutzt wird er heute gerne von Schleiereulen, Mauerseglern und Fledermäusen – und natürlich von Wanderern, die die Wendeltreppe hinaufsteigen und von der Turmstube aus einen hervorragenden Blick über Main-Taunus und hinüber zum Hochtaunus genießen.

Das Sommernachtsfest bildet den kulturellen Höhepunkt in Bad Soden. Es findet immer am dritten Samstag im August statt und lockt Tausende von Besuchern in die Stadt am Fuße des Taunuskamms. Das Sommernachtsfest erstreckt sich vom Alten Kurpark hinüber in die Altstadt bis zum Quellenpark.