Bödefeld

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Bödefeld liegt in einem Talkessel nordöstlich von Schmallenberg und Bad Fredeburg, jenseits des Hunaukamms. Am Rand des Talkessels erheben sich eine ganze Reihe Mittelgebirgsgipfel: Kahle Bauke (753m) und Kehlenberg (621m) im Süden, Buchhagen (592m) und Soel (631m) im Norden. Durchflossen wird Bödefeld von einem Bach mit dem kuriosen Namen Palme, der etwas weiter nordwestlich bei Westernbödefeld in die Brabecke mündet.

Inwiefern der Name mit der Figur des Herrn von Bödefeld aus der Sesamstraße zu tun haben könnte, bleibt der Fantasie eines jeden überlassen. Tatsächlich liegen die Ursprünge des Ortes und seines Namens über 1200 Jahre in der Vergangenheit. Ein Mann namens Buddo war fälschlicherwiese hingerichtet worden. Als Bischof Ludgerus davon erfuhr, erweckte er den Mann wieder zum Leben, und aus Dankbarkeit nannte man den Ort fortan Buodovelden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Bödefeld in einer Urkunde des Klosters Grafschaft im Jahr 1072. 1342 erhielt Bödefeld die Rechte einer Freiheit und wurde später zu einem Mitglied der Hanse.

Eine der wichtigsten Stationen beim Besuch in Bödefeld ist die Biologische Station Hochsauerland mit dem angeschlossenen Erlebnismuseum. Es erklärt anschaulich, wie die heutige Landschaft im Hochsauerland in den vergangenen 20.000 Jahren entstand. Und so ist das Motto der Dauerausstellung auch: Landschaft lebt - eine Zeitreise durch das Sauerland. Von der Eiszeit über die frühen Einflüsse des Menschen bis hin zu modernen Aspekten wie Strukturwandel, Artenrückgang oder Tourismus reicht die Spannbreite der Themen. Die Ausstellung ist modern aufgemacht und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Besondere Erwähnung verdient auch die Pfarrkirche St. Cosmas und Damian. Der Kirchturm stammt von einem älteren Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. In ihm liegt in einer Nische die sagenumrankte schwarze Hand von Bödefeld. Die mumifizierte Hand, die einem Mädchen gehört haben muss, wurde beim Bau der Kirche 1722 entdeckt. Es gibt mehrere verschiedene Legenden, die sich um den makabren Fund ranken. Die wahrscheinlichste ist noch die vom Gottesurteil. Demnach wäre das Mädchen ermordet worden, und um den Täter zu überführen, hatte man die Hand genutzt. Hätte sich der Mörder nämlich der Hand genähert, so hätte diese wieder angefangen zu bluten und ihn so verraten.

Abgesehen von der schwarzen Hand von Bödefeld ist die Kirche St. Cosmas und Damian auch in baulicher Hinsicht interessant. Das Kirchenschiff mit seinem achteckigen Grundriss entstand 1910-11 nach Plänen des Aachener Dombaumeisters Joseph Buchkremer, der auch für den Umbau der Balver Pfarrkirche – dem sogenannten Dom des Hönnetals – verantwortlich zeichnete.

Nur einen Spaziergang in Richtung Norden von Bödefeld entfernt liegt das Örtchen Brabecke. Die dortige Pankratiuskirche wurde 1230 erstmals erwähnt und zählt damit zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten des Sauerlands. Die Brabecker Kirche muss aber bereits früher entstanden sein, denn 1230 erhielt sie ein Deckengewölbe statt des bisher flachen Daches.

Etwa aus der gleichen Zeit stammen vermutlich auch die Malereien von Ranken, Lebensbäumen und stilisierten Fabeltieren, die im Inneren der Pankratiuskirche zu finden sind und an die Soester Hohnekirche erinnern. Aus dem Jahr 1757 stammt der Altar mit seinen eher ungewöhnlichen Darstellungen aus dem Leben Jesu. Der Kirchturm mit der charakteristischen Eckquaderung entstand ebenfalls erst 1754-57.