Wiehltalsperre

Was ist wohl Deutschlands bekanntester See? Der Bodensee? Die Müritz? Der Chiemsee? Wir vermuten: Nein. Bekannter dürfte ein kleiner See im Bergischen Land sein. Und zwar deshalb, weil er seit Mitte der 1990er Jahre vor jedem Tatort, jedem Formel-1 Rennen und vielen anderen Sportevents millionenfach in die deutschen Wohnzimmer gestrahlt wurde. Die Krombacher-Insel, vielfach in Kanada oder Neuseeland vermutet, liegt im Sieg-Bergland, nur 20km von der Krombacher Brauerei entfernt und hört ganz bürgerlich auf den Namen Wiehltalsperre.

6,5km Länge, bis zu 500m Breite, über 30 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen auf einer Fläche von 220ha – so wird die Wiehltalsperre statistisch beschrieben. Der große Trinkwassersee, der 1967-73 errichtet wurde, gewährleistet die Wasserversorgung von mehr als 200.000 Menschen und dient gleichzeitig dem Hochwasserschutz. Bei dem Bau der Wiehltalsperre mussten ca. 450 Menschen umgesiedelt werden. Elf kleine Dörfer verschwanden in den Fluten.

Nicht nur wegen des Trinkwassers ist die Wiehltalsperre von großer Bedeutung für die Region. Durch die strengen Auflagen eines Trinkwasserschutzgebietes entstand quasi ein Biotop aus Menschenhand, in dem sich zahlreiche, teils vom Aussterben bedrohte Tierarten ansiedeln konnten. Ein Teil der Wiehltalsperre ist daher gesperrt und nur einmal jährlich im Herbst während der Reichshofer Wanderwoche zugänglich.

Die Wiehltalsperre liegt zwischen Wiehl und Wenden südlich der Autobahn A 4. In einem der drei Vorbecken der Wiehltalsperre liegt die Krombacher Insel, die als Werbestar international Karriere machte. Damit man einen ungestörten Blick auf diese wohl bekannteste Landmark im Bergischen Land hat, wurde ein Aussichtspunkt eingerichtet, den man über den örtlichen Wanderweg A 5 von Wanderparkplatz in Nespen aus erreicht. Nespen liegt am östlichen Rand der Wiehltalsperre und kann über die Landstraße L 324 in ungefähr 4km von der Autobahnausfahrt Eckenhagen an der A 4 erreicht werden.

Wenn man schon mal in Nespen ist, sollte man sich auch die historische Mühle Nespen anschauen, die 1749 erstmals erwähnt wurde und die bis 1956 ihren Dienst verrichtete. Seit 2009 ist sie wieder bewohnt und kann ab und an auch von innen besichtigt werden.

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