Wetzlar-Hermannstein

Am Ausgang des Blasbachtals liegt der Wetzlarer Stadtteil Hermannstein. Der Blasbach ist der letzte von der Hörre kommende Zufluss der Dill, bevor diese in Wetzlar in die Lahn einmündet. Der knapp 7km lange Blasbach entspringt am Fuße des Altenberg (442m), durchfließt ein malerisches Wiesental und den Wetzlarer Stadtteil Blasbach und mündet bei Hermannstein in die Dill.

Das historische Ortszentrum von Hermannstein steht komplett unter Denkmalschutz. Man erkennt hier noch den historischen Siedlungskern aus dem 14. Jahrhundert, der um den Burgberg herum angeordnet war. Heute prägen vor allem Hofanlagen aus dem 18. Jahrhundert den Ortskern.

Die Burg Hermannstein wurde bis ins 18. Jahrhundert von den Angehörigen des Adelsgeschlechts Schenck zu Schweinsberg bewohnt. Danach verfiel die Burg, bis sie 1965 in Privatbesitz kam und restauriert wurde. Von außen immer noch Ruine, ist sie von innen mittlerweile eine stilechte Wohnung.

Burg Hermannstein besteht im oberen Teil aus einer gotischen Wohnturmanlage aus dem 14. Jahrhundert. Im Erdgeschoss findet man die Reste der Küche, hier ist eine große Herdstelle erhalten. Das oberste Geschoss diente früher als Wehrplattform - heute sind noch Schießscharten in den Ecktürmen zu finden. Der untere Teil von Burg Hermannstein besteht aus einem einst dreigeschossigen, rechteckigem Wohngebäude aus dem 15. Jahrhundert.

Die evangelische Paulskirche wurde 1491-92 erbaut. Interessant ist das Sandsteinrelief mit einer Darstellung Christi Geburt, das noch aus der Erbauungszeit der Kirche stammt. Der Turm der Kirche ist wahrscheinlich im Kern älter als die Kirche und war vermutlich Teil der Vorbefestigung der Burg.

Im historischen Ortszentrum findet man auch einen Gutshof, der schon im 14. Jahrhundert vom Kloster Altenberg betrieben wurde. Nach 1381 wurde der Hof immer wieder erweitert. Der älteste Teil des Hofes ist ein dreigeschossiges Bruchsteingebäude, es schließt sich unterhalb der Burg an. Das neueste Bauteil ist eine Fachwerkscheune aus dem 19. Jahrhundert, die im vorderen Hof zu finden ist. Der Gutshof an Burg Hermannstein ist heute eine der Veranstaltungsorte der renommierten Wetzlarer Festspiele.

In der Dillstraße liegt das alte Backhaus von Hermannstein, das bereits 1664 errichtet wurde. Noch heute wird ab und an der Ofen angeschmissen, um auf traditionelle Weise Brot zu backen. Vor dem Backhaus steht seit einigen Jahren eine Bronzeskulptur, die eine Backfrau darstellt.