Weiershagen

1912 wurden zwölf dicht beieinander liegende Gehöfte und Weiler zur Ortschaft Weiershagen zusammengeschlossen. Heute hat der Ort ca. 820 Einwohner und gehört zur Stadt Wiehl im Homburger Ländchen. Weiershagen liegt im Tal der Wiehl. 1575 lag in Weiershagen die im Umkreis größte Eisenschmelzhütte; hier wurde das im Wiehltal abgebaute Eisenerz verarbeitet.

Weiershagen liegt direkt unter der 60m hohen Wiehltalbrücke, einer Talbrücke der Bundesautobahn A 4 von Köln nach Olpe. Die Wiehltalbrücke ist über 30m breit, 705m lang und hat eine Gesamtfläche von über 21.000 Quadratmetern. Die 1971 fertiggestellte Brücke besteht aus einer Stahlkonstruktion mit Stahlbetonpfeilern.

Am 26. August 2004 ereignete sich auf der Wiehltalbrücke ein spektakulärer Verkehrsunfall: Ein Personenwagen, dessen Fahrer unter Drogeneinfluss stand, verursachte eine Kollision mit einem Tanklastzug. Der Lkw stürzte von der Wiehltalbrücke in die Tiefe und ging in Flammen auf, der Lastzugfahrer kam dabei ums Leben. Durch die enorme Hitzeentwicklung wurde die Stahlkonstruktion der Brücke schwer beschädigt. Aus Sicherheitsgründen musste daher die A 4 zwischen Engelskirchen und Gummersbach wochenlang gesperrt werden. Die aufwändige Brückensanierung dauerte mehr als drei Jahre. Der Unfall an der Wiehltalbrücke ging mit einer Schadenssumme von 30 Millionen Euro als der bis dahin teuerste Verkehrsunfall in der Bundesrepublik Deutschland in die Geschichte ein.

Die Dorfgemeinschaft von Weiershagen ließ im Sommer 2006, gemeinsam mit der Familie des Fahrers und unterstützt von der Stadt Wiehl, ein dauerhaftes Denkmal für diesen Verkehrsunfall errichten.

Nördlich von Weiershagen wurde auf gut 14ha Fläche das Naturschutzgebiet Steinbruch nördlich Wiehl-Weiershagen ausgewiesen. In der Nähe führt der 21,5km lange örtliche Wanderweg Rund um Bielstein (markiert mit einem O) vorbei.