Vitaltour Eremitenpfad (Felseneremitage Bretzenheim)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 16 Min.
Höhenmeter ca. ↑212m  ↓212m
Vitaltour Eremitenpfad Wegzeichen Markierung Beschilderung

Es gibt Orte, die sind unglaublich und sollten mit eigenen Augen gesehen werden: die Felseneremitage Bretzenheim an der Nahe im Guldenbachtal ist so ein Ort. Es ist einfach und faszinierend, und hätte es vor unserer Zeitrechnung schon Sendungen zum Thema „Zuhause“ gegeben, hätte diese Behausung sicher einen Preis bekommen.

Die Felseneremitage im Guldental ist das einzige Felsenkloster nördlich der Alpen. Trefflich ist, dass es derzeit auf dem Gelände der Wohnungslosenhilfe (Diakonie Kreuznach) steht, von außen jederzeit und von innen nur mit Führung zu entdecken ist.

Feld- und Wiesenmosaik, Flussauenlandschaft, Wäldchen und Wein, sanfte Hügel und markige Felsen begleiten uns, neben dem Eremit, der unser Guide ist. Wir starten in der Winzenheimer Straße beim Parkplatz der Kronenberghalle in Bretzenheim und wandern durch ein Stück Weinlage, bis sich die Runde öffnet, die wir gegen den Uhrzeigersinn gehen.

Im Auf und Ab geht’s durchs Guldental, mit Aussichten und einer Sitzgruppe im alten Bretzenheimer Steinbruch. Frühmorgens taucht die Sonne den Steinbruch in ein besonderes Licht. Wir wandern an rotem Sandstein vorüber, umrunden Weinlagen, nehmen auch Treppen und sehen Paarhufer Gräser zupfen.

Wir erreichen das faszinierende Eremitenheim nach ca. 4km und an den Gebäuden der Wohnungslosenhilfe vorbei. Eines war das das Jagdschloss der Familie Puricelli. Die frühe einst heidnische Kultstätte wurde römisches Mithräum und mit Einzug des christlichen Glaubens erfuhr sie eine Umwidmung zur Eremitage mit Altar. Die im 16. Jahrhundert dazu entstandene Kirche wurde von einem Erdrutsch weggefegt.

Die Felsenwohnung hat eine Größe von 90qm, diente auch als Konvent eines Klosters und einem Eremiten als Heim. Der letzte Bewohner der Felseneremitage verstarb mit 82 Jahren 1827. Gegenüber der in den Felsen gestemmten Heimstatt sind Bänke, um dem Zauber des Ortes gänzlich zu erliegen. 

Mit dem Guldenbach wandern wir in Richtung des Weinorts Guldental, biegen davor in Richtung Campingplatz Lindengrund ab. Aufwärts geht’s durch Wald mit Eichen und alten Buchen, sind zwischen Waldrand und Reben unterwegs über eine Höhe. Wenn sich die Vegetation zurückzieht, eröffnet sich der Rheinhessenblick über die Rebflächen. Die Aussichten reichen über die Trauben in den Rheingau und nach Rheinhessen. Gen Süden schauen wir über den Kreuznacher Stadtwald und per Grasweg kommen wir nach all dem Weitgucken zur Kronenberghalle, nah der Nahe.

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